„Seit Dezember macht es ständig flap, flap, flap“

Vom Hobräcker Weg sieht man das Windrad in der Nähe Veserdes.
Vom Hobräcker Weg sieht man das Windrad in der Nähe Veserdes.
Foto: Michael Schuh

Hohenlimburg..  Als Christian Grüner vor rund eineinhalb Jahren am Hobräcker Weg in der Obernahmer vom Hohenlimburger Bauverein eine Immobilie erwarb, wollte er damit auch seinen beiden kleinen Kindern etwas bieten: ein unbeschwertes Leben in grüner Natur. Abseits von Straßenlärm und somit von negativen Umwelteinflüssen.

Überraschendes Weihnachtsgeschenk

Dabei war dem Versicherungsmakler beim Kauf des Hauses schon bewusst, dass sich oben auf dem Berg in Veserde zwei Windenergieanlagen drehten. Was er vor 18 Monaten nicht wusste, dass ihm ein Investor zu Weihnachten 2014 ein besonderes Geschenk machen würde. Kurz vor dem Fest aller Feste entstand nämlich in Richtung Stadtgrenze zu Hohenlimburg auf dem Areal der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde und somit des Märkischen Kreises eine weitere Anlage.

In Blickwinkel des Hauses 40b vom Hobräcker Weg. Und seitdem ist es, so sagt der 47-Jährige, mit der Ruhe und der Idylle am rauschenden Bach vorbei. „Es macht flap, flap, flap“, beschreibt Christian Grüner jenes Geräusch, das ihn seit Weihnachten beinahe Tag für Tag begleitet. Mal intensiv, mal weniger intensiv. Je nach Windstärke und nach Windrichtung. „Ich kann jetzt nicht mehr an den warmen Frühsommerabenden vor meinem Haus sitzen. Eigentlich ist es abends im Tal still. Allein das permanente Geräusch durch das Drehen der Anlage nervt fürchterlich.“

Unterschiedliche Höhenwinde

Denn ein Phänomen hat er bereits erkannt. Die unterschiedlichen Höhenwinde, die es immer wieder gibt. Während es unten windstill ist, ist herrscht oberhalb am Berg manchmal eine andere Thermik und somit eine andere Windstärke. Dann dreht sich das Rad heftig, so dass das „flap, flap, flap“ deutlich zu hören ist.

Deshalb liegen ihm die Pläne des Fürstenhauses, weitere Anlagen auf den Höhenrücken von Hohenlimburg zu bauen, schwer im Magen. „Die Anlage an der Stadtgrenze zu Veserde ist nur 100 Meter hoch; in Zukunft sollen sich hier 200 Meter hohe Anlagen drehen. Dann ist davon auszugehen, dass es noch lauter und somit noch nerviger wird.“

Deshalb verfolgt der ehemalige Wehringhauser die Entwicklung mit großer Sorge. „Eigentlich müsste ich mein Haus wieder verkaufen. Aber übernimmt das denn noch jemand? Insbesondere dann, wenn sich irgendwann die Riesenanlagen drehen sollten?“