„Sehe Aufbruchstimmung bei Hagener FDP“

Ulrich Alda.
Ulrich Alda.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Vor dem Dreikönigstreffen der Hagener FDP am Freitag stellt sich der Kreisvorsitzende Ulrich Alda unseren Fragen. Er räumt ein: „Für uns Liberale wird es noch harte Arbeit werden.“

Hagen.. Während sich die Bundes-FDP bereits gestern beim traditionellen Dreikönigstreffen in Stuttgart Mut gemacht hat für das zweite Jahr in der außerparlamentarischen Opposition auf Bundesebene, lädt der Hagener Kreisverband am kommenden Freitag in die Stadthalle zum Dreikönigstreffen ein. Im Vorfeld stellt sich der Kreisvorsitzende und FDP-Landtagsabgeordnete Ulrich Alda den Fragen unserer Zeitung.

Hand aufs Herz: Wie war das Jahr 2014 für die Hagener FDP?

Ulrich Alda: Überhaupt nicht berauschend. Wir hatten fest damit gerechnet, dass wir bei der Kommunalwahl besser abschneiden würden mit unser bisherigen Politik für Hagen und mit den bekannten Hagener Gesichtern, mit denen wir angetreten sind. Dass wir uns dann doch nicht dem allgemeinen Trend entziehen konnten und von 7,6 Prozent auf 3,6 Prozent abgesackt sind – das war enttäuschend.

Geht es der Hagener FDP denn besser als der Gesamt-FDP?

Alda: Insgesamt kann man sagen, dass es der Landes-FDP in Nordrhein-Westfalen sicherlich besser geht als der Bundes-FDP. Die Fraktion im Landtag, der ich angehöre, ist ja so etwas wie das Epizentrum der FDP in ganz Deutschland als größte Fraktion mit dem Bundesvorsitzenden Christian Lindner als Fraktionschef. Und auch wir in Hagen sind ja weiter im Rat vertreten. Aber am Anfang war auch bei uns durchaus eine Phase der Depression zu spüren.

Haben Sie denn Hoffnung, dass es tatsächlich besser wird für die FDP?

Alda: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber im Ernst: Uns allen ist bewusst, dass wir maximal die vier Jahre außerhalb des Bundestags überleben können. Beim nächsten Mal müssen wir wieder in das Parlament einziehen. Aber ich erlebe derzeit auch in Hagen wieder eine Aufbruchstimmung bei den Mitgliedern.

Die findet offensichtlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. . .

Alda: Es war in der Tat bewusst Strategie unserer Partei, dass wir uns im Jahr 2014 eine Phase der Regeneration und inhaltlichen Aufstellung geben. Dass wir nicht darauf schauen, was die anderen machen, sondern uns auf unsere Positionen konzentrieren. Es hat Regionalkonferenzen gegeben, wir haben hier auch eine in Hagen im Arcadeon abgehalten und der Zulauf war wirklich gut. Jetzt werden wir aber bundesweit in die Offensive gehen. Wir müssen tief in die Provinz gehen und mit den Leuten sprechen.

Hat die FDP denn auch in Hagen Mitglieder verloren?

Alda: Wir sind konstant geblieben. Wir hatten drei Austritte zu verzeichnen, aber auch zwei Eintritte. Wir liegen derzeit bei gut 110 Mitgliedern.

Mit welchen Themen wollen Sie hier in Hagen punkten?

Alda: Wir wollen in Hagen damit punkten, dass wir unsere schöne Stadt auch für Bürger, die sich jetzt eventuell noch für andere Orte interessieren, weiter attraktiv machen. Dies fußt auf Stärkung des Mittelstandes und der Vermeidung, besser noch, Senkung der hohen Abgaben und Steuerlast in Hagen. Wir brauchen Zuzug von qualifizierten Menschen, damit meine ich auch und insbesondere die mit Migrationshintergrund. Dafür treten wir ein.

Ist es für Sie schon ausgemachte Sache, dass die FDP 2017 wieder in den Bundestag einziehen wird – und Sie auch wieder in den NRW-Landtag?

Alda: Selbstverständlich ist gar nichts. Aber wenn ich sehe, was die Große Koalition veranstaltet, dass der Mittelstand mit noch mehr Bürokratie belastet wird, dann sehe ich, wie nötig die FDP ist. Aber: Für uns Liberale wird es noch harte Arbeit werden.