„Schwindelfrei und ohne Höhenangst“

Hohenlimburg..  Eichhörnchen, in vielen Regionen dieses Landes auch Eichkätzchen genannt, sind putzige Tiere. Insbesondere dann, wenn sie durch den Garten tollen. Oder den Balkon besuchen. Darüber freut sich seit nunmehr zwei Wochen Werner Kruse von der Berliner Allee. Eigentlich wäre ein solcher Gast nichts Besonderes. Ist er aber doch. Denn Werner Kruse wohnt nicht im Erdgeschoss des Hochhauses. Er wohnt vielmehr im 8. Stock. Deshalb befindet sich sein Balkon rund 30 Meter über dem Erdboden.

Und genau dort, auf der rund drei Quadratmeter großen Fläche, besuchen ihn Tag für Tag die Eichhörnchen. „Das ist schöner als Fernsehgucken“, erzählt der Tierfreund mit großer Begeisterung.

Es sind drei Jungtiere, wie der ehemalige Hoeschianer erkannt hat. „Sie kommen morgens um 8 Uhr und auch nachmittags noch einmal.“ Dann knabbern sie die Balkonblumen an oder suchen nach anderen fressbaren Köstlichkeiten. „Meine Frau und ich legen ihnen schon mal ein paar Weintrauben hin.“

Doch wie kommen die munteren Tierchen auf den Balkon? Offensichtlich haben sich die Eltern im Dach des Flachdachgebäudes einquartiert. Dort hat die Mutter die Jungtiere zur Welt gebracht. Weil diese aber offenkundig bereits herausragende Kletterfähigkeiten besitzen, nutzen sie die rauen Waschbetonplatten der Außenfassade, um in den Garten und somit auf die Grünfläche zwischen dem Mehrfamilienhaus und der Schallschutzwand der Autobahn 46 zu gelangen. Kruse: „Morgens flitzen sie oft über die Wiese.“ Und nachmittags geht’s wieder zurück in die schützende Herberge: ins Dach.

Über den Dächern von Elsey

Seit mehr als fünf Jahren besuchen Eichhörnchen die Kruses. Viele Jahre war es nur ein Tier. Jetzt sind die Jungen hinzugekommen. Offenkundig fühlt sich das Paar an der Berliner Allee wohl.In luftiger Höhe über den Dächern von Elsey.

Denn Höhenangst kennen Eichhörnchen nicht, wie Ralf Blauscheck, Leiter der Biologischen Station in Hagen, betont. Und schwindelig wird ihnen auch nicht. Blauscheck: „Die sind schwindelfrei, denn ansonsten könnten sie nicht in den höchsten Baumwipfeln von Ast zu Ast springen.“ Diese beiden Eigenschaften müssen die Tiere besitzen, versichert der Leiter der Biologischen Station. „Ansonsten wäre diese Population längst ausgestorben.“