Schülerinnen bauen Boot mit Brennstoffzellen-Antrieb
15.02.2010 | 09:48 Uhr 2010-02-15T09:48:00+0100
Hagen. Zwei 15 und 16 Jahre alte Schülerinnen aus Hagen haben es beim Technikwettbewerb des Forschungszentrums Jülich und der Energieagentur NRW ins Finale der besten 20 geschafft. Sie setzten sich gegen 200 Mitbewerber durch und sind in der Endrunde die einzige rein weibliche Gruppe.
Eines steht für Sonja Gubisch und Ann-Kristin Bartholdy fest: Wenn die Schülerinnen des Theodor-Heuss-Gymnasiums in drei Jahren ihr Abiturzeugnis in ihren Händen halten, werden sie in ein technisches oder ingenieurwissenschaftliches Studium einsteigen.
Die 15 und 16 Jahre alten Mädchen sind technikbegeistert. Und nicht allein das. Sie haben auch Talent. Beim Schülerwettbewerb „Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik”, das vom Forschungszentrums Jülich und der Energieagentur NRW ausgerichtet wird, haben es die THG-Schülerinnen in die Endrunde der 20 besten Schülergruppen geschafft.
Insgesamt 200 Gruppen hatten sich beworben. Die THG-Schülerinnen hatten den Aufgabenkatalog des Forschungszentrums mit Bravour absolviert und 180 Gruppen hinter sich gelassen.
Kreativität der Teilnehmer
Jetzt müssen sie in wenigen Wochen eine Modellbau-Fähre bauen, die mit umweltfreundlicher Brennstoffzellentechnik angetrieben wird, effizient arbeitet und nicht kentert, auch wenn starker Wellengang herrscht. Dafür haben sie vom Forschungszentrum einen Bausatz mit den Grundelementen für einen Brennstoffzellen-Antrieb bekommen. Der Wert der Utensilien: 1300 Euro. Der Rest der Konstruktion ist der Kreativität der Teilnehmer überlassen.
Sonja Gubisch und Ann-Kristin Bartholdy sind Exotinnen in der Finalrunde. Die Schülerinnen bilden das einzige reine Mädchenteam unter den Finalisten. Insgesamt forschen unter den rund 50 Finalteilnehmern nur sieben Mädchen. Jetzt hat die Hagener der Ehrgeiz gepackt. „Wir wollen unter die letzten Fünf”, sagt Ann-Kristin Bartholdy. Und Sonja Gubisch ergänzt kess: „Das ist ja noch immer eine Domäne der Jungs. Das wollen wir durchbrechen.”
Überstunden nach der Schule
Dafür sind sie bereit, viel Freizeit zu opfern. Fast jeden Tag nach Schulschluss gehen beide für einige Stunden ins schuleigene Labor. Dort stehen jetzt Berechnungen an, bevor die Fähre entworfen und gebaut wird. Bei der Konstruktion haben die Schülerinnen alle Freiheiten. Das Ergebnis ihrer Arbeit wird Ende März an das Forschungszentrum Jülich geschickt. Dort wählt eine Jury die fünf besten Arbeiten aus. Diese Gruppen lassen schließlich ihre Boote im April auf einem See in Essen eine vorgeschriebene Route fahren. Die Fähre, die am besten durchs Wasser kommt, gewinnt den Wettbewerb.
Den fünf besten Gruppen winken am Ende professionelle Modellautos mit Brennstoffzellenantrieb sowie dem Siegerteam eine Einladung des Forschungszentrums Jülich zum einwöchigen „Schülerlabor Brennstoffzelle” in den Sommerferien.
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