Schranke versperrt den Weg zum Grab
06.04.2010 | 18:17 Uhr 2010-04-06T18:17:00+0200
Hagen. Die Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg durch die Baumkronen, an den Ästen sprießen die ersten Knospen. Zurzeit strahlt der Ruheforst Philippshöhe eine besonders friedliche Atmosphäre aus.
Trotzdem ist Gerda S. (Name geändert) tief betrübt. Sie kann ihre Tochter, die auf der Philippshöhe beigesetzt wurde, kaum einmal besuchen.
Vor zwei Jahren verlor die Hagenerin ihr Kind, das auf eigenen Wunsch im Ruheforst beigesetzt wurde. Doch das bringt ein Problem mit sich: Mit ihren 85 Jahren kann Gerda S. den rund 400 Meter langen und steilen Weg von der Straße bis zum Ruheforst nicht zu Fuß bewältigen. Und wenn Verwandte oder Bekannte die Zeit hätten, sie mit dem Auto zu ihrer Tochter zu fahren, versperrt eine Schranke den Weg - obwohl sich in unmittelbarer Nähe des Ruheforst-Eingangs ein Parkplatz befindet. „Das macht mich so traurig”, sagt die alte Dame - und steht mit ihrem Problem bestimmt nicht allein da.
Tatsächlich ist der Schlagbaum nur geöffnet, wenn ein Mitarbeiter des Forstamts auf der Philippshöhe weilt. Konkret bedeutet das: An Wochentagen wird er gegen 15 Uhr herabgelassen, an Wochenenden und Feiertagen bleibt er komplett unten. Doch vor 15 Uhr hat die 85-Jährige niemanden, der sie zunächst quer durch Hagen bis zu der Schranke und anschließend den steilen Weg hinauf fahren könnte. Logisch: Ihre Verwandten und Bekannten müssen zu dieser Zeit arbeiten.
An den derzeitigen Begebenheiten werde sich aber auch künftig nichts ändern, erläutert Forstamtsleiter Horst Heicappell: „Alle Hagener Waldwege sind abgeschrankt - und das bleibt so.” Bereits im Vertrag über eine Ruhestätte auf der Philippshöhe würde ja darauf hingewiesen, dass der Weg außerhalb der Dienstzeiten gesperrt und der obere Parkplatz nicht nutzbar ist.
Unmöglich sei es auch, die Schranke um einige hundert Meter nach oben zu versetzen - erfahrungsgemäß müsse sonst mit Zerstörungen und Müll im Wald gerechnet werden. Den Vorschlag, Angehörigen im begründeten Fall einen Schlüssel für den Schlagbaum auszuhändigen, verwirft Heicappell ebenfalls: „Denn wo ist die Grenze für begründet und wer kontrolliert das?”
Doch der Forstamtsleiter hält zumindest ein Trostpflaster parat. Wer den Weg aus gesundheitlichen Gründen nicht schaffe, könne sich telefonisch beim Forstamt melden. Ein Mitarbeiter würde den Betroffenen dann mit dem Wagen vom Schlagbaum bis zum Ruheforst fahren. Allerdings nur während der Dienstzeiten - und somit ist Gerda S. erneut nicht geholfen. Denn ihre Verwandten und Bekannten, die sie bis zur Schranke bringen könnten, müssen ja genau dann arbeiten.
13:32
versteh ich auch nicht. auf einen normalen friedhof (der ja auch ziemlich gross sein kann) kommt man auf keinen fall mit einem auto.
10:33
wenn ich mal tod bin, dann möchte ich am westhofener kreuz begraben werden, wo sonst hat man über 20.000 besucher täglich :-)
10:23
Schön wenn man sich seine letzte Ruhestätte selber aussuchen kann. Dies haben viele im Ruhe-Forst getan. Lasst ihnen ihre Ruhe, es war ihr letzter Wille.
Wenn Angehörige ein Problem mit dem Besuch in den Abendstunden haben, darf das nicht das Problem von Herrn Heicapell sein. Jeder hat den Vertrag vorher gelesen und unterschrieben. Wenn dies nicht in Einklang mit den Hinterbliebenen war ist das bedauerlich.
Auch ist es kostentreiberei einen Mitarbeiter ab zu stellen, der den Schrankendienst übernimmt. Ein Ruheforst ist kein normaler Friedhof, auf den es ja auch Schließungszeiten gibt. Es ist eine Ruhestätte für Menschen die dies so gewollt haben.
09:40
#11 Else01
Kann sich aber nicht jeder leisten.
09:19
Schon mal was vom Taxi gehört?
*Ironi an
Die fahren auch Tagsüber - stimmt ist ja deren Beruf
*Ironie aus
08:14
#9 Hans51
Nur leider haben sich nicht die Angehörigen die Grabstätte ausgesucht, sondern in diesem Fall die Tote.
Wäre es denn so ein großes Problem in Ausnahmefällen einen Schlüssel auszuhändigen?
08:10
Man muss immer bedenken, dass das kein normaler Friedhof ist. Es ist Wald und da ist ein befahren nicht gestattet. Die Angehörigen sollen richtig überlegen wo sie eine Grabstelle aussuchen.
Wo kommen wir denn da hin, wenn man einfach irgendwo in den Wald fahren würde. da ist doch die Müllentsorgung oder Vadalismus vorprogramiert.
Die Schranke muss zu bleiben. Jeder muss sich das mit dem Ruheforst gut überlegen.
07:36
#6 Lennesperling
http://entwicklung3.aeternitas.de/friedpark/filialen/11124111
Dabei können RuheBiotope® für einzelne Personen, Familien oder sich im Leben nahestehende Menschen ausgewählt werden. Die Asche der Verstorbenen wird in einer biologisch abbaubaren Urne beigesetzt. Hierfür steht ein Andachtsplatz zur Verfügung
05:49
Da gibt es einen Beschwerdeausschuss. Kleiner Tip: Problem dort schildern. Oft helfen die Jungs
05:20
Da gibt es doch gar keine Gräber, schon die Überschrift ist falsch.
Vom Winde verweht eben !