Schöner Wohnen neben hohen Knastmauern
18.02.2010 | 18:12 Uhr 2010-02-18T18:12:00+0100In Halden-Herbeck formiert sich Widerstand gegen die geplante JVA: Abwohner gründen eine Bürgerinitiative.
10 Gehminuten sind's bis nach Halden, 4 Gehminuten bis nach Herbeck. Vor diesen kurzen Distanzen haben sie Angst, die Gegner einer Justizvollzugsanstalt in Herbeck - vor der Nähe zwischen Wohnen und Kriminalität.
Jetzt haben sie ihren Protest gegen den Knast auf der grünen Wiese zwischen Halden und Herbeck in eine Form gegossen und eine Bürgerinitiative (BI) gegründet: „Keine JVA in Halden-Herbeck”. Zum harten Kern zählen acht Personen, einer davon ist Michael Laqua. „Wir können Leute im dreistelligen Bereich mobilisieren”, denkt Laqua in Richtung einer Unterschriftenaktion. Den dreistelligen Bereich füllten Bürgerinnen und Bürger, die nahe des als Gewerbegebiet definierten Geländes wohnen. „Denn es sind nicht nur Haldener und Herbecker betroffen, sondern auch die Anwohner in Holthausen und Reh”, zählt der BI-Sprecher auf. Für jeden dieser Stadtteile soll es zukünftig einen Ansprechpartner in der BI geben.
Michael Laqua selbst ist Herbecker, wohnt seit 47 Jahren „im Dorf”. Er ist jemand, der sein Anliegen hartnäckig an den Mann bringt - und ein Anliegen ist ihm die geplante JVA, die mit ihren 8,50 Meter hohen Mauern sichtbar zwischen Wäldchen, Herbecker Weg und Dolomitstraße sein wird. „Hagen spekuliert doch nur auf die Schlüsselzuweisungen für 850 Neubürger”, sagt er, denn der Knast hat 850 Plätze im Strafvollzug. Dafür lasse sich die Stadt Gewerbesteuereinnahmen - „mindestens 1 Million Euro” - durch die Lappen gehen. Nicht mal das Arbeitsplatzargument lässt Laqua gelten. „Durch die Zusammenlegung der JVA Dotrmund und Hagen fallen doch bestimmt welche weg.” Das allerdings verneint Christian Schmidt, oberster Wirtschaftsförderer: „Wir gehen davon aus, dass alle rund 400 Stellen erhalten bleiben.”
BI fordert Informationsveranstaltung
Zurzeit macht die BI allerdings nicht mobil, bisher steht das Informationsbedürfnis im Vordergrund. „Alles, worum wir derzeit bitten, ist eine Informationsveranstaltung durch das Justizministerium”, sagt Laqua. Ein solches Gespräch hat eingestielt. Der Informationsbedarf nährt sich aus „Ungereimtheiten”, die den engagierten Bürgern aufgefallen sind. „Die Stadt war beim Kauf des Grundstücks viel zu blauäugig und jetzt versucht sie mit aller Macht, das Grundstück zu vermarkten.” Kosten- und Knackpunkt: hunderttausende Euro für Bergung der historischen Funde unter dem Herbecker Boden (unsere Zeitung berichtete). Laqua erwartet, dass prähistorische Keramiken auch auf dem Gelände zwischen Gut Herbeck und Autobahn zu finden sind - das zukünftige Gewerbegebiet „Herbeck II”.
„Wir brauchen eine JVA, keine Frage.” Keinesfalls wolle die BI Gebiete „gegeneinander ausspielen”. Man müsse eine JVA nur „verträglich” in die Umgebung einbinden. Zwischen drei Wohngebieten, meinen Laqua und Co, sei es „unverträglich”.
Infos unter: www.keine-jva-in-halden-herbeck.de
19:49
Der Kommentar von BrotinDosen ist ja voll neben der spur. Kein Dorf, keine idyllische Landschaft? Ich bin in Herbeck aufgewachsen und wohne immer noch hier seit 29 Jahren. Was sich aber mit sicherheit ändern wird, sollte der Knast hier gebaut werden. Alle reden von vermehrten Verkehrsaufkommen beim Bau eines Gewerbegebiets. Wie sieht es mit dem Verkehrsaufkommen beim Bau des Knasts aus? Ich sage nur Angestellte, Besucher, Lebensmittellieferanten, Sachlieferanten, Die Häftlinge zum Gericht und wieder zurück, Handwerker und, und, und. Genauso die schaffung von Arbeitsplätzen, aus zwei mach eins. aber man kann ja gut reden, wenn die JVA nicht vor der eigenen Tür gebaut wird.
10:58
ich bin auch dafür, dass was in hagen passiert. es wurden schon zuviele projekte wieder aus hagen abgezogen, weil zuviel widersvand aufkam. das macht doch für die zukunft keinen sinn!
von mir aus sollen sie die jva hier in boelerheide hin stellen, leider ist nur nicht so viel platz.
aber jetzt mal ehrlich, wovor sollte man denn nun wirklich angst haben? die jva am gericht, wie hier schon ofv genug bschrieben, hat größere nähe zu wohnhäusern, da passierv auch nichts.
diese stadt geht dem untergang entgegen, warum kann man nicht endlich mal vorwärts gehen?!
10:35
Zitat:Dafür lasse sich die Stadt Gewerbesteuereinnahmen - „mindestens 1 Million Euro” - durch die Lappen gehen.
Hierzu müßten doch erst einmal NEUE Arbeitgeber in Hagen ansässig werden, die dann auch den Gewinn erwirtschaften, der diese Steuermehreinnahmen generieren würde.
Bei den bisherigen Ansiedlungen in Herbeck I handelt es sich doch in Masse um Firmenumzüge innerhalb des Stadtgebietes.
=> Keine neuen Arbeitsplätze, keine neuen Firmen, keine Mehrgewinne, die besteuert werden könnten.
Sollte die JVA in Herbeck gebaut werden und sollte dann mal wirklich ein Häftling türmen, wird dieser mit Sicherheit anderes zu tun haben, als die Bürger in Halden oder Herbeck nach den touristischen Höhepunkten dieser Stadtteile zu fragen. Er wird mit Sicherheit versuchen, so viel Abstand zwischen sich und der JVA zu bringen, wie möglich.
Zu den architektonischen Argmenten fällt mir eigentlich nichts ein, denn der jetzige Blick auf die Industrieanlegen der Dolomit-Werke ist natürlich schützenswert!
Aber machen Sie sich keine Sorgen, unsere Stadtverwaltung mit dem verantwortlichen Herrn Grothe wird es (meiner Meinung nach) schaffen, auch dieses Projekt vor die Wand zu fahren.
Dann wird der Knast halt in Dortmund oder Schwerte gebaut.
Glück auf!
22:07
Lanzelot, welche Logik. Da stimmen doch nur die Gitter, um die Bestien hier und dort in Zaum zu halten. Wirklich, einen dümmlicheren Kommentar liest man selten. Hängen Sie eigentlich alles nur an einem Tierheim auf? Bauen Sie doch eines im eigenen Garten, aber dort wollen Leute wie Sie stets Ihren Frieden und kein Hundegebell.
16:40
@45 u. @46
Diese Suche hat in den vergangenen Jahren bereits stattgefunden, warum sollte man sie neu starten? Es wurde pro Herbeck entschieden, punkt aus! Irgendwann muss diese ganze Diskutiererei auch mal ein Ende haben.
15:01
Die Suche nach einem alternativen Standort als Halden-Herbeck ist legitim und richtig.
Viel Erfolg!
14:57
Niemand will die JVA in Hagen verhindern.Die BI hat das Ziel einen geeigneteren Standort für eine Haftanstalt in Hagen zu finden.
Das ist legitim und richtig.
Viel Erfolg!
11:38
Vor allem sind doch nun wirklich nicht viele Häuser am unteren herbecker Weg. Erklären Sie mal den hagener Beamten, dass sie wegen den paar Häusern dann vielleicht in eine andere Stadt ziehen müssen oder ihren Job so nicht mehr ausführen können und umgeschult werden - Großartig. Danke Herbeck.
Vielleicht sollte man die Donnerkuhle und das Dolomitwerk bis aufs Herbecker Ortsgebiet ausweiten, es arbeiten doch sowieso viele da, daher meckert ja auch keiner gegen deren Umweltauswirkungen, aber ein sicherer Knast ohne erwähnenswerte Umweltbelastung, nein das geht natürlich nicht. Wenn der Knast nicht gebaut wird, sollte man das Dolo schließen und dort ein Naturschutzgebiet errichten.
Die BI ist einfach nur sinnlos.
10:38
Wenn ich die Kommentare hier so lese, dann wollen die Mehrheit hier die JVA!
Eine JVA mit ca. 850 Insassen muss versorgt werden. Nicht nur das Personal hat arbeit, sondern auch die Zulieferfirmen. Lebensmittel, Sachmittel und vieles mehr. Auch wird sich sicher der ein oder andere Handwerker eines Auftrages erfreuen.
Bitte liebe BI strebt sofort ein Bürgerbegehren an und lasst die Hagener Bürger abstimmen. Ihr werdet sehen, die Mehrheit will die JVA in Hagen.
Ihr agiert nach dem Motto: Wascht mich, aber macht mich nicht naß!
10:17
ich versteh die Aufregung nicht. Ich wohne auch nur zwei km entfernt von Halden/Herbeck und mal ehrlich wenn jemand aus einer JVA ausbricht will diese Person so schnell wie möglich da weg weil dort die Sicherheit der Anwohner echt gewahrt werden soll also brauch man sich dort echt nicht aufregen. Die Personen, die hier sinnlos ihre Energie verschwenden sollte ihre Kraft mal dafür einsetzten, dass ein neuse Tierheim gebaut wird. Das macht mehr Sinn.