Schnappatmung

Es ist vollbracht! Ich gebe zu, dass ich bis zum letzten Moment nicht sicher war, ob ich mich am Norderneyer Neujahrs-Anbaden beteiligen soll. Insbesondere, da der Neujahrstag zu den kältesten des Urlaubs zählte. Der eisige Wind am Weststrand zog durch Mantel, Schal und Handschuhe. Sich bis auf die Badeshorts auszuziehen, erschien etwas paradox. Zusammengepfercht standen wir mit rund 300 anderen Schwimmern in einer wärmenden Halle. Der Weg zur Startlinie am Strand war bitter kalt. Hüpfend und klatschend hob sich die Stimmung unter den Teilnehmern. Motivation und Adrenalin mussten aufgebaut werden. Nachdem der Countdown runtergezählt war, sprinteten wir auf die vier Grad kalte Nordsee zu. Den Hechtsprung hab ich mir auf Grund extremer Schnappatmung gespart. Zu groß war der Kälteschock. Eine Welle sorgte letztlich dafür, dass ich vollends im Wasser versank und fluchtartig selbiges verließ. Heißer Glühwein mit Grappa weckte jedoch schnell die eingefrorenen Lebensgeister.