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Schmierschlunzschlappen

24.01.2015 | 00:11 Uhr

Dortmund. Eigentlich schimpft Jürgen Meith-Zimmermann nicht gerne. Aber manchmal, da muss es eben sein. Wenn einem jemand vor der Nase den letzten freien Parkplatz wegschnappt oder sich jemand beim Bäcker an der ewig langen Schlange vorbeidrängelt, dann braucht es die richtigen Worte, um seiner Empörung Luft zu machen. „Du doofe Knalltüte!“ kann helfen. Und „Du blöde Lackpfeiffenzotteltrulla mit Ohrn!“ vielleicht noch ein bisschen mehr.

Jürgen Meith-Zimmermann jedenfalls kennt diese Situationen. Und irgendwie haben sie ihn bislang immer sprachlos gemacht. Dabei gibt es doch in dieser wunderbaren Sprache namens Ruhrdeutsch so klangvolle, so absurd-schöne Schimpfwörter, die sich aneinandergereiht noch viel besser anhören.

Suche nach Worten

Deshalb hat der selbstständige Werbe-Texter den „Ruhrpott-Schimpfwort-Generator“ entwickelt. Ein Karten-Set mit 72 Worten, die sich untereinander zu den wildesten Schimpfwörtern verbinden lassen. Die richtigen Worte zu finden, das ist schließlich sein Beruf. Seinen Kunden wollte Meith-Zimmermann ein ausgefallenes Gimmick mitgeben. „Ich bin ein echter Dortmunder Junge, regionaler Bezug ist mir sehr wichtig“, sagt er. „Und wir haben ja eine direkte, offene Art, schimpfen auch mal gern.“ Nur manchmal, in jenen Situationen, wenn man vor Wut schäumt, da steht der Mund bloß offen, da klappt es nicht, so eine absolut ärgerliche Situation wortgewandt zu lösen. „Ich finde, das ist eine schöne Art, den Leuten dabei zu helfen“, sagt Meith-Zimmermann über seinen Generator.

Irgendwie ist es auch ein Spiel: Wer schafft es, das längste Schimpfwort aus den 72 Karten zu formen? Welches ist das witzigste Schimpfwort? Welches das gemeinste? Welche Worte ergeben sich durch zufälliges Aufdecken der Karten?

Honk und Haiopei

„Schimpfen macht doch dann Spaß, wenn es nicht ernst gemeint ist“, sagt der Erfinder des Schimpfwort-Generators. Und bei Worten wie „Schmierschlunzlappen“, „Furzmuffel“ oder „Hanselbansel“ kann man sich, selbst mit richtig böser Miene vorgetragen, ein Grinsen nicht verkneifen. Jürgen Meith-Zimmermann hat alle Schimpfwörter aufgeschrieben, die ihm eingefallen sind, die er mit dem Ruhrpott verbindet. Da sind so moderne Sachen wie „Honk“ dabei, aber auch schöne alte Worte wie „Haiopei“, „Peias“ oder „Nulpe“.

Alle, die den Schmipfwort-Generator bislang in der Hand hatten, erzählt Meith-Zimmermann, hätten sich jedenfalls stundenlang damit beschäftigt. Schimpfen kann so unterhaltsam sein.

Jana Schoo

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2015-01-24 00:11
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