Schmidt: Brauchen Mut, um Lücken auszuhalten

Hagen..  Der Reformprozess, der den evangelischen Kirchenkreis Hagen bis 2025 in eine sichere Zukunft führen soll, war Diskussionspunkt auf der Sommersynode. Vor den stimmberechtigten 77 (von 93) Synodalen aus den Kirchengemeinden aus Breckerfeld, Hagen, Herdecke und Wetter erläuterte Hartmut Klar, in der Stabstelle der Superintendentur für Gemeinde- und Organisationsentwicklung zuständig: „Dies ist kein Ergebnis, sondern nur ein Zwischenbericht, der als Beratungsgrundlage für das weitere Geschehen zu sehen ist.“

Immer weniger Gläubige

Die Gründe für die Reformen: Die Zahl der Protestanten sinkt, mit etwa zwei Prozent Mitgliederverlust liegt der urbane Kirchenkreis Hagen sogar leicht über dem westfälischen Durchschnitt. Aktuell gehören noch 74 101 Menschen der evangelischen Kirche an (Stand: 31. Dezember 2013); das sind 1645 weniger als im Jahr davor.

Weniger Gemeindemitglieder – das bedeutet für die Gemeinden zum einen weniger Geld, denn die Zuweisung der Kirchensteuermittel berechnet sich nach der Größe der Gemeinden. Und es sinkt auch die Zahl der Pfarrstellen, denn die orientieren sich ebenfalls daran.

„Zunächst einmal brauchen wir handlungsfähige Einheiten, in denen wir zuverlässig unseren Auftrag erfüllen“, erteilte der vorgelegte Bericht einer „Kirche nach Kassenlage“ eine Absage.

Dabei helfen könnten größere Kooperationsräume, in denen sich mehrere Nachbargemeinden ergänzen und entlasten, Pfarrstellenüberhänge auffangen und in denen sich die Theologen vertreten.

Darüber hinaus könnten die Pfarrer gemeinsam mit den Hauptamtlichen anderer Professionen Regionalteams bilden, um Kräfte zu bündeln.

Keine Tabus

Bei den ersten Überlegungen gab es keine Tabus: Selbst die Schließung von Gemeindehäusern oder der Wegfall von Stellen, die nach dem altersbedingten Ausscheiden der Mitarbeiter frei werden, finden sich in dem vorgelegten Papier – auch wenn dies eine Reduzierung des Angebotes zur Folge hätte.

„Wir brauchen den Mut, Lücken auszuhalten“, ermunterte Superintendentin Verena Schmidt die Synodalen. Erste Erfahrungen aus den Kooperationsräumen gibt es schon. So berichtete Pfarrer Heinrich Baumann aus Haspe vom ersten „Beschnuppern“ mit dem Paulus-Presbyterium aus Wehringhausen, und Pfarrer Carsten Malz (Wetter) ergänzte aus dem Kooperationsraum EN-Nord: „Wir können uns die Zusammenarbeit sowohl inhaltlich als auch menschlich sehr gut vorstellen.“