Schlafender Riese für die Bildung

Die Förderschule verlässt 2015 das Gebäude der Oeger Pestalozzischule.
Die Förderschule verlässt 2015 das Gebäude der Oeger Pestalozzischule.
Foto: Michael Schuh

Oege..  Die Pestalozzi-Schule ist für die Volkshochschule Hagen ein Gebäude mit ungeahnten Möglichkeiten. Umso intensiver sich Frank Schmidt (BfHo)) mit Nutzungsvarianten des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes beschäftigt, umso bewusster werden ihm die Chancen, die sich für die Volkshochschule und somit auch für Hohenlimburg bieten. Ein schlafender Riese für die Erwachsenenbildung?

Denn an der Oeger Straße können in einem VHS-Bildungszentrum mit einem angedockten Heimatmuseum (Weiter-)Bildungsangebote in einer zunächst nicht erkannten Dimension ermöglicht werden. „Der Töpfer- und der Werkraum, der Computer- und der Physikraum, der Musikraum und die Lehrküche sind allesamt außerordentlich gut ausgestattet“, betont Frank Schmidt. Hinzu kommen eine adäquate Zahl an Klassenzimmern und insbesondere die Turnhalle, die bis zum Nachmittag von der VHS für sportliche Angebote genutzt werden könnte. Denn ab den frühen Abendstunden wird die sanierte Halle, die sich deshalb in einem guten Zustand befindet, von den Hohenlimburger Sportvereinen genutzt.

Diesem Pfund an Möglichkeiten in Oege stehen voraussichtlich drei Räume im Hohenlimburger Rathaus entgegen, die gegenwärtig noch anderweitig genutzt werden. Diese müssen für einen möglichen Umzug der VHS ins Rathaus zunächst freigezogen und danach umgebaut werden.

Wände müssen versetzt werden

Diese Pläne scheint die Hagener Stadtverwaltung gegenwärtig zu favorisieren, wie Jochen Becker (Fachbereichsleiter Bildung der Stadt Hagen) in der Sitzung der Bezirksvertretung ausführte. Der Verwaltungs-Fokus liegt nämlich auf einem Umzug zur Freiheitstraße. Dass dort, um ein geeignetes Raumangebot zu erhalten, Wände versetzt werden müssen, sieht Becker nicht als allzu großes Handicap an. „Es ist dort möglich umzubauen.“ Bleibt die Frage nach den Kosten. Becker: „Die liegen unter 500 000 Euro.“

Wie sich diese Zahl errechnet, bleibt bis Mitte April unklar. In der Verwaltung konnte aktuell niemand die Fragen beantworten. Und Becker ist erst ab dem 15. April aus dem Urlaub zurück.

In der Bezirksvertretung wartete er mit einer weiteren Hochrechnung auf, die nach seiner Meinung gegen einen VHS-Standort in Oege spricht. Die höheren Kosten. 125 000 Euro würden pro Jahr bei einem Verbleib den kommunalen Haushalt belasten.

„Nur“ 25 000 Euro wenn das Gebäude leer stehe. „Wie können wir die Differenz von 100 000 Euro auffangen, wenn die VHS in Oege verbleibt. Das ist die Frage“, so Becker.

„Eine Milchmädchen-Rechnung“, sagen Kritiker dazu. Denn Becker führe u.a. zum Beispiel nicht aus, welche Kosten für die VHS zukünftig im Rathaus anfallen.

Ein Stand- und ein Schwungbein

Nicht einbezogen in diese Rechnung wurden auch die Einnahmen, die an der Oeger Straße erzielt werden können. Durch die Vermietung der Hausmeisterwohnung und auch durch ein Museum, das die „Bürger für Hohenlimburg“ um Frank Schmidt ebenfalls angedacht haben und das ein nicht unwichtiges Schwungbein zum Standbein VHS für ein Bürgerzentrum sein könnte. Gespräche mit Sponsoren laufen.