„Schiedspersonen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet“

Hohenlimburg..  Schlichten statt richten. Wenn es mit dem lieben Nachbarn nicht mehr klappt und es Ärger gibt, dann kann ein Schiedsmann oder eine Schiedsfrau helfen zu schlichten. In Hagen gibt es Schiedspersonen in neun Bezirken. Uwe Theimann zählt dazu.


Sie sind von der Bezirksvertretung wieder zum Schiedsmann für den Großraum Hohenlimburg gewählt worden. Seit wann üben Sie dieses Amt aus ?
Uwe Theimann: Seit dem Jahr 2010. Deshalb beginnt für mich jetzt die 2. Amtsperiode. Ich bin dabei für den Bezirk 7 zuständig. Somit für Berchum, Halden, Herbeck, Henkhausen, Reh, Holthausen, Hohenlimburg.


Warum haben Sie sich im Jahr 2010 entschieden, eine solche Aufgabe zu übernehmen?
Das ist eine gute Frage. Ich war damals Schöffe am Landgericht Hagen. Und dort habe ich erfahren, dass die Position des Schiedsmannes für den Bezirk 7 frei geworden ist. Ich habe mich damals beworben und bin gewählt worden.


Wann werden Schiedspersonen tätig?
Bei bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten aus dem Nachbarrecht. So die Einhaltung von Grundstücksgrenzen, Bepflanzungen, Errichtung von Zäunen oder das Schneiden von Hecken und Bäumen. Aber auch bei Einwirkungen von Immissionen wie Lärm oder Gerüche. Darüber hinaus werden wir auch bei Strafsachen tätig. Hausfriedensbruch, üble Nachrede, Verleumdung, Bedrohung oder Sachbeschädigungen.


Wie sind Sie zu erreichen?
Natürlich telefonisch. Die Rufnummern aller Schiedsleute sind im Internet auf der Homepage „Justiz online“ und Landgericht Hagen schnell zu finden.


Ist die Tätigkeit ehrenamtlich oder erhalten Sie ein Entgelt?
Die Schieds- oder Schiedsfrauen sind ehrenamtlich tätig. Wir sind zu kostengünstigen Entlastungen der Gerichte eingesetzt und bearbeiten die Fälle unbürokratisch.
Können Sie aus Ihrer Praxis konkret ein Beispiel nennen, wie Sie aktiv geworden sind und die Streithähne beschwichtigt haben?

Das ist nicht möglich. Durch den geleisteten Eid sind wir Schiedspersonen zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die Verhandlungsergebnisse sind dabei rechtsverbindlich.


Wie viele Probleme konnten Sie nicht lösen, so dass der Fall vor dem Amtsrichter landete?
Das Ziel des Vermittlungsgespräches ist die dauerhafte Beilegung von Konflikten. Falls dieses nicht erreicht werden kann, so ist oftmals zumindest ein respektvoller Umgang zwischen den Beteiligten möglich. Unsere Schlichtungserfolge liegen aber bei über 50 Prozent.