Schaffner soll 17-jährige Schwarzfahrerin sexuell genötigt haben

Die 17-Jährige war in einem ICE aus Dortmund .
Die 17-Jährige war in einem ICE aus Dortmund .
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
  • Ein Schaffner in einem ICE soll eine 17-Jährige sexuell genötigt haben
  • Die junge Frau fuhr wohl ohne Ticket, er habe ihr angeboten, "die Fahrpreisnacherhebung anders zu regeln"
  • Das Opfer hat sofort bei der Polizei Anzeige erstattet

Hagen.. UPDATE, 5. Mai 2016: Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen den Zugbegleiter eingestellt. "Nach unseren Erkenntnissen ist an diesem Montagnachmittag nichts gegen den Willen der Berufsschülerin passiert", hieß es. Im Gegenteil: Sie selbst soll den "Tausch" Sex gegen Fahrterlaubnis vorgeschlagen haben.

Ein Zugbegleiter der Deutschen Bahn (DB) soll am vergangenen Montag versucht haben, eine 17-Jährige im ICE 109 von Dortmund nach Basel im Zug-WC zu vergewaltigen. Der sexuelle Übergriff hat sich vermutlich auf der Strecke hinter Hagen abgespielt. „Wir ermitteln wegen sexueller Nötigung“, sagt Oberstaatsanwalt Gerhard Pauli von der Hagener Staatsanwaltschaft.

Der Ablauf: Die Schülerin steigt um 13.37 Uhr in Dortmund in den Zug nach Basel ein. Kurze Zeit später erwischt sie der 31-jährige Schaffner gegen 14 Uhr ohne Ticket. Er habe der jungen Frau angeboten, so Pauli, „die Fahrpreisnacherhebung anders zu regeln“. Fahrpreisnacherhebung, dies zur Erklärung, heißt das Bußgeld bei der DB für Schwarzfahrer. Pauli weiter: „Freiwillig ist ihm die Schülerin nach ersten Ermittlungen auf die Toilette gefolgt. Hier ist es zu sexuellen Handlungen gekommen.“

Sofort Anzeige bei der Polizei erstattet

Das Opfer steigt in Wuppertal aus und erstattet sofort bei der Polizei Anzeige. Im Flughafen-Fernbahnhof Frankfurt/M nehmen Beamte der Bundespolizei den Zugbegleiter fest. Er soll aus Tunesien stammen und ist nicht einschlägig vorbestraft. Mit ihm müssen auch alle andere Fahrgäste den Zug verlassen, weil die Kriminaltechniker Spuren auf der Toilette sichern.

Die DB zeigt sich betroffen. „Wir sind bestürzt über die erhobenen Vorwürfe“, sagt Birgit Bohle, Vorstandsvorsitzende der DB Fernverkehr. „Wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst und arbeiten intensiv mit den ermittelnden Behörden zusammen, um das Geschehen schnell aufklären zu können.“ Den Zugbegleiter hat die DB während der Ermittlungen vom Dienst freigestellt. „Für ihn gilt bis zur Klärung der Vorwürfe die Unschuldsvermutung“, so Bohle, „Klar ist, dass wir Übergriffe auf Kunden in keiner Form dulden.“

Der mutmaßliche Täter ist wieder auf freiem Fuß. Er hat einen festen Wohnsitz.