Sachverstand vermisst

Wassererzeugung. Der Bürgermeister kann auf Grundlage der Gemeindeordnung in NRW einem Beschluss des Rates widersprechen, wenn er der Auffassung ist, dass das Wohl der Stadt gefährdet ist. Zu den Fakten: Durch Ratsbeschluss wird der von Enervie und der Stadtverwaltung favorisierte Weg, die Anlagen des Wasserwerkes Hengstey aufzugeben und in eine interkommunale Kooperation mit den Wasserwerken Westfalen (WWW) einzusteigen, blockiert.


Man berichtet über Versorgungssicherheit bzw. Monopolisten, mit Stolz wird verkündet, der Beschluss sei das Ergebnis einer sachgerechten Betrachtung und qualifizierten Ratsarbeit. Man gönnt sich durch diese Maßnahme den Luxus, ein nur zu 70 Prozent ausgelastetes Wasserwerk mit ca. 15 Millionen Euro zu modernisieren. Der Verzicht auf Vermarktung des riesigen Areals wird sogar in Kauf genommen. Jeder kaufmännisch orientierte Unternehmer bekäme aufgrund dieser (Fehl)-Investitionen wohl Bauchschmerzen. Ich vermisse in diesem Fall jeglichen Sachverstand.


Müssen wir uns jetzt um 1,5 Millionen Menschen Sorgen machen, die aus dem Verbund WWW mit Wasser versorgt werden, wenn Hagen unbedingt eine eigene Versorgung benötigt? Nach meiner Meinung wird durch diesen Ratsentscheid die Parteienverdrossenheit noch stärker gefördert!