Ruhr-2010-Städte haben deutliches Entwicklungspotenzial
02.12.2009 | 18:30 Uhr 2009-12-02T18:30:00+0100
Hagen. „Es geht darum, die kulturelle Vielfalt, die hier herrscht, als Standortvorteil zu sehen und einzusetzen”, unterstrich Fritz Pleitgen.
Aus diesem Grund sähe er, so der frühere WDR-Intendant und derzeitige Ruhr-2010-Geschäftsführer, die Ruhrgebietsstädte, zu denen er auch Hagen zählt, als Städte mit deutlichem Entwicklungspotenzial. „Wir können zur ersten Adresse werden”, warb Pleitgen leidenschaftlich für das Kulturhauptstadt-Projekt, das 53 NRW-Städte vereint.
Auf Einladung des Marketing-Clubs Südwestfalen war Fritz Pleitgen am Dienstag nach Hagen gekommen, um beim Clubabend im Arcadeon über „Ruhr 2010” und Marketing-Kampagnen rund um das Mega-Event, „für das sich jeder ein Jahr Zeit nehmen sollte”, zu referieren.
Wandel durch Kultur
Der Leitspruch „Wandel durch Kultur - Kultur durch Wandel” des Hagener Kunstmäzens Karl Ernst Osthaus throne als Motto über der Jahresveranstaltung, „denn das Ruhrgebiet steht für Wandel par excellence”, erinnerte Pleitgen.
Der Startschuss zum Kulturhauptstadt-Jahr fällt am 1. Januar, der Festakt findet am 9. Januar in der Kokerei Zollverein in Essen statt, doch als Prolog sah der 70-jährige Gastredner im Grunde schon die Einweihung des neuen Hagener Kunstquartiers.
Die Themen „Multi-Kulti”, interkulturelle Projekte sowie soziale Schieflagen würden in beinahe jeder der teilnehmenden Städte eine große Rolle spielen, aber „Kultur darf nicht gegen Soziales ausgespielt werden, denn Kultur ist sozial”. Die Ruhrgebietsstädte sollten sich Industriehochburgen wie Glasgow zum Vorbild nehmen; Glasgow habe seine Chance zum Wandel in eine blühende Stadt - auch durch die Schaffung kultureller Stätten und Projekte - bestens genutzt. Multi-Kulti-Projekte wie jenes im Dorstener Stadtteil Wulfen-Bakenberg würden wichtige Akzente bei Ruhr 2010 setzen.An dieser Stelle hätten sich die Marketingclub-Mitglieder allerdings wohl eher ein paar Worte zum Hagener interkulturellen Projekt „Ebene 2” rund um die Altenhagener Brücke gewünscht. Doch das „Hagener Leuchtturmprojekt” wurde an diesem Abend mit keiner Silbe erwähnt.
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