Ruheforst wird auf acht Hektar erweitert
10.11.2008 | 17:33 Uhr 2008-11-10T17:33:00+0100
Hagen. Ein einfaches Holzkreuz, ein paar rustikale Bänke. Außer dem Rauschen der Blätter, die sich dem Sturm der letzten Nacht widersetzt haben und dem Zwitschern einiger Vögel ist nicht zu hören. „Das ist es, was die Menschen schätzen”, sagt Forstamtsleiter Horst Heicappell.
800 Verträge hat das Forstamt der Stadt für den Ruheforst auf der Philippshöhe seit Anfang 2006 unterschrieben. 400 Menschen haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Bereits fast jeder zehnte Hagener entscheidet sich (die meisten noch zu Lebzeiten) für den Ruheforst. 40 Prozent derjenigen, die sich auf der Philippshöhe bestatten lassen (wollen), kommen von außerhalb.
„Den Ruheforst gibt es jetzt seit zweieinhalb Jahren”, erzählt Horst Heicappell über die einzige Beerdigungsstätte dieser Art im weiten Umkreis. Und die Nachfrage steigt. Weshalb das Forstamt die Fläche auf acht Hektar erweitert hat.
270 neue Biotope ausgewiesen
Zunächst werden so 270 weitere Biotope (darunter versteht das Forstamt jeweils einen Baum und die umgebende Fläche) ausgewiesen. „Pro Hektar sind aber bis zu 100 Biotope möglich”, sagt Heicappell. Jeder Baum wird per GPS eingemessen. Das Nutzungsrecht liegt bei 99 Jahren.
„Zum einen entscheiden sich jene für den Ruheforst, die schon zu Lebzeiten der Natur verbunden waren”, sagt Horst Heicappell, „dann kommen viele, deren Angehörige nicht in Hagen oder der Umgebung wohnen. Und schließlich Menschen, die sich andere Formen nicht leisten wollen oder können.”
Urnenplatz ab 500 Euro
500 Euro kostet ein Urnenplatz in einem Gemeinschaftsbiotop. 8300 Euro ein Ruhebiotop, dass man sich mit Familie oder Freunden teilen kann. „Dabei unterscheiden wir je nach Art, Alter und Form der Bäume nach vier Wertungsstufen”, sagt Horst Heicappell, der für sich und seine Familie ein Biotop reserviert hat, „wenn es so weit ist, werden wir uns einmal im Jahr dort zum Picknick treffen, und uns an die Verstorbenen erinnern.”
Was für die Formen des Gedenkens gilt, ist auch bei Trauerfeiern möglich. „Die Regeln hier sind andere als auf einem normalen Friedhof”, sagt Horst Heicappell, „wir können auf individuelle Wünsche eingehen. Bei uns haben schon Enkelkinder die Lieblingslieder ihrer Großeltern gesungen oder bunte Luftballons sind in den Himmel aufgestiegen.”
Am Totensonntag, 23. November, findet auf dem Ruheforst auf der Philippshöhe (Kuhlerkamp) ein ökumenischer Gottesdienst in Gedenken an die Verstorbenen mit Superintendent Bernd Becker und Dechant Dieter Osthus statt. Es spielt das Bläsercorps Hagen-Dahl.
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