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Entsorgungswirtschaft

Rückfahrtverbot umstritten: Müllfahrzeuge in der Sackgasse?

08.01.2016 | 23:00 Uhr
Rückfahrtverbot umstritten: Müllfahrzeuge in der Sackgasse?
Entsorger wollen striktes Rückwärtsfahrverbot in neuer Branchenvorschrift verhindern. Trittbretter für Müllwerker in der EU auf dem Prüfstand.Foto: imago

Südwestfalen.  Private und kommunale Entsorgungsunternehmen wollen ein striktes Rückwärtsfahrverbot in der neuen Branchenvorschrift verhindern. Außerdem stehen Trittbretter für Müllwerker in der EU auf dem Prüfstand.

  • Entsorger wollen Rückwärtsverbot für Müllwagen verhindern
  • Branchenregel in der Vorbereitung
  • Trittbretter in der EU auf dem Prüfstand

Salopp ausgedrückt, ist der Entwurf zur „Regel 114-601“ (Abfallentsorgung) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) vom vergangenen Oktober aus Sicht der Entsorgungsbranche noch rechtzeitig in die Tonne gekloppt worden. Eine solche neue Branchenregel hätte ein weitgehendes Rückwärtsfahrverbot für Müllfahrzeuge bedeutet. Doch das Thema ist damit nicht vom Tisch. Gleichzeitig droht der Branche Ungemach wegen der Trittflächen am Heck der Fahrzeuge.

Umstrittene Vorschrift
Müllwagen dürfen nicht rückwärts fahren - das hat Folgen

Müllfahrzeuge dürfen nach Ansicht der Unfallkasse NRW – dem Versicherer der kommunalen Unternehmen – nicht rückwärts fahren. Das hat Folgen in Hagen.

Im ersten Halbjahr 2016, erklärt Ronald Philipp vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE), will man sich mit dem „DGUV-Grundsatzausschuss Prävention“ an einen Tisch setzen und „praxisnahe“ Lösungen für die Neuordnung der Unfallverhütungsvorschrift (DGUV-Vorschrift 44) von 1979 finden, in der ein grundsätzliches Rückwärtsfahrverbot formuliert ist. Die langjährige Praxis zeigte, dass es sehr wohl Ausnahmen von der Regel gibt.

Passant beim Zurücksetzen getötet

Das haben offenbar die Unfallkassen spätestens im vergangenen Februar bemerkt, als in Wuppertal ein Passant beim Zurücksetzen eines Müllwagens getötet wurde. „Bei systematischen Überprüfungen von Wegen und Zufahrten“, so Thomas Picht von der Unfallkasse NRW, „haben wir festgestellt, dass sich nicht jeder an die Regel hält.“ Die Konsequenz: Die Unfallkassen schrieben die privaten und kommunalen Entsorger an, die Vorschriften, die bei Vorfällen mit Personen- und Sachschäden quasi Gesetzeskraft haben, gewissenhaft umzusetzen.

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Kommentare
09.01.2016
10:49
Untersuchung
von ibtm | #2

Es wäre nicht schlecht die Protagonisten dieser geplanten Regelungen mal in einer Anstalt auf die gesundheit ihres Geistes untersuchen zu lassen oder...
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Rückfahrtverbot umstritten: Müllfahrzeuge in der Sackgasse?
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2016-01-08 23:00
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