Rollstuhlfahrer stehen vor defektem Aufzug

Der Aufzug, der zur Sparkasse und zur Stadtbücherei führt, ist seit über einer Woche außer Betrieb.
Der Aufzug, der zur Sparkasse und zur Stadtbücherei führt, ist seit über einer Woche außer Betrieb.
Foto: Michael Schuh

Hohenlimburg..  Regelmäßig besuchen Bewohner der Bethel.regional-Einrichtung „Haus Grünrockstraße“ den Vorlesenachmittag im Gebäude der Stadtbücherei und der Sparkasse an der Stennertstraße. Am Donnerstag, 7. Mai, erwies sich dieses Unterfangen trotz der räumlichen Nähe aber als äußerst kompliziert: Der Aufzug vom Bürgersteig in die Räumlichkeiten war kaputt, sodass die Senioren – drei von ihnen im Rollstuhl – nur mit viel Mühe die Treppe überwinden und in die Bücherei gelangen konnten. Seitdem weist ein Zettel am Lift auf den Defekt hin – mit dem Zusatz: „Der Techniker ist bestellt.“

„Ohne die Hilfe vieler netter Passanten hätten wir das nicht geschafft“, erinnert sich Christine Klamma, Sozialarbeiterin bei Bethel.regional, an den Donnerstag der Vorwoche. Denn die Treppe zur Bücherei besitze zwar eine Rampe; die sei laut Klamma aber kaum zu nutzen: „Die ist unheimlich steil und eng; ich traue es mir auf jeden Fall nicht zu, da einen Rolli hochzuschieben.“

Dass letztlich doch noch alle Senioren der Lesung beiwohnen konnten, sei neben der Unterstützung mehrerer Bürger nur einem Zufall zu verdanken: „Alle drei Rollstuhlfahrer können noch ein wenig laufen. Wäre jemand dabei gewesen, der überhaupt keinen Schritt mehr machen kann, hätte sich das als noch problematischer erwiesen.“

Schon mehrfach Probleme

Überhaupt seien in der jüngeren Vergangenheit schon mehrfach Probleme mit der Bedienung des Aufzugs aufgetreten, fährt Klamma fort. Meistens habe man sich deshalb an einen Sparkassenmitarbeiter gewandt – so auch in diesem Fall: „Der sagte mir diesmal aber, dass der Aufzug außer Betrieb und die Sparkasse nicht mehr dafür verantwortlich sei.“ Denn das Geldinstitut hatte das Gebäude zum Jahreswechsel an die Wuppertaler Immobiliengesellschaft Beelow verkauft.

Thorsten Irmer, Pressesprecher der Sparkasse Hagen, teilte gestern auf Anfrage mit, dass man bereits am vergangenen Montag die für Reparaturen zuständige Firma über den Defekt informiert und es noch am selben Tag einen Termin vor Ort gegeben habe. Am Dienstag sei dann der Auftrag zur Instandsetzung erteilt worden. „Denn Barrierefreiheit ist für uns ein wichtiges Thema“, sagt Irmer, „deshalb hoffen wir auf eine kurzfristige Lösung.“

Licht ins Dunkel gebracht

Licht ins Dunkel, warum sich die Reparatur so lange hinzieht, brachte Michaela Bickmann, Mitarbeiterin des Hauseigentümers „Beelow Immobilien“: „Es handelt sich um einen alten Aufzug, für den es nicht so einfach ist, Ersatzteile zu bekommen. Und auf diese Teile wartet die zuständige Firma momentan.“

Auch Karl-Wilhelm Stadtler, Lesepate und langjähriger 2. Vorsitzender des Freundeskreises „HohenlimBuch“, hofft auf eine möglichst schnelle Lösung. Gerade bei den Vorlesestunden für Senioren würde der Lift dringend benötigt. Allerdings habe sich eine Sparkassen-Mitarbeiterin bereits bei ihm gemeldet und mitgeteilt, dass der Auftrag erteilt sei. „Und ich denke, das Anliegen ist bei ihr in guten Händen.“ Eine Verbindung zwischen dem Verkauf des Gebäudes und dem Ausfall des Aufzugs möchte Stadtler nicht herstellen.

Denn dieses Problem habe es am alten Standort am Langenkamp gleich mehrfach gegeben: „Das war katastrophal. Da mussten die alten Menschen dann die Treppen nutzen. Viele von ihnen sind zu diesen Zeiten weggeblieben.“