Richtwert von 2750 Gemeindegliedern für jede Pfarrstelle

Hohenlimburg / Iserlohn..  Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises hat jetzt bei ihrer Tagung ein neues Konzept zur Pfarrstellenplanung verabschiedet.

Darin ist vorgesehen, für jede Neubesetzung einer Gemeindepfarrstelle ein Richtwert von 2750 Gemeindegliedern als Mittelwert anzusetzen. Diese neue Richtgröße liegt unterhalb der Vorgabe der Landeskirche von 3.000 Gemeindegliedern. Der Kirchenkreis nimmt hier die Situation der Kirchengemeinden im ländlichen Raum in besonderer Weise in den Blick und gibt eine finanzielle Planungssicherheit für die kommenden fünf Jahre. Eine Evaluation des Konzeptes erfolgt im Jahr 2020. Darüber hinaus stellt die Kreissynode einen Antrag an die Landeskirche zur Schaffung eines „Erprobungsgesetztes“, das in klar definiertem Raum und auf absehbare, jeweils vereinbarte Zeit neue Modelle des Pfarrdienstes und der Gemeindearbeit ermöglichen soll.

Bei allen Veränderungen hob Superintendentin Martina Espelöer in ihrem Bericht die vielerorts sehr guten und lebendigen Planungen, Projekte und kreativen Entwicklungen in den Kirchengemeinden hervor. Zugleich sieht sie die Gemeinden aufgrund der abnehmenden Gemeindegliederzahlen in eine mittelfristig absehbare strukturelle Not kommen.

„Die Kirchengemeinden im Evangelische Kirchenkreis befinden sich in einem umfassenden Wandlungsprozess, in dem sich auch die äußeren Formen des kirchlichen Lebens weiter verändern werden, verändern müssen“, sagte sie.

Mit Konzept in die Zukunft

Bei der Pfarrstellenplanung ist sie zuversichtlich, mit einem Konzept in die Zukunft zu gehen, das neben den Gemeindegliederzahlen auch die individuellen Gegebenheiten vor Ort mit in den Blick nimmt. Bei allen Veränderungen verwies die Superintendentin auf Jesus Christus, der den Weg auch durch bewegte Zeiten weist. Die Kreissynode hat auch der Absenkung des aktiven Wahlalters auf 14 Jahre zugestimmt. Bislang betrug das Wahlalter 16 Jahre. Die nächste Wahl ist bereits im Februar 2016, wenn sich die Presbyterien der Kirchengemeinden neu aufstellen.

Veränderungen gibt es auch innerhalb des Kreissynodalvorstands, dem Vorsitz des Kirchenkreises. Hier rückt nach erfolgreicher Wahl Pfarrer Thomas von Pavel (Menden) auf die Position des Synodalassessors, das ist der stellvertretende Superintendent. Pfarrerin Dorothea Goudefroy (Menden) wurde an die neu zu besetzende Stelle der stellvertretenden Synodalassessorin gewählt. Heinz Leo Belter (Hohenlimburg) folgt im Kreissynodalvorstand auf Sybille Mann. Zudem übernimmt Pfarrerin Christine Grans (Iserlohn) die Nachfolge im Fachausschuss der Tageseinrichtungen für Kinder.

Auf der Kreissynode wurde auch das Thema Flüchtlinge angesprochen. Die Superintendentin dankte den Kirchengemeinden und Initiativen, die sich in der Flüchtlingshilfe einsetzen.