Rettungsschwimmer in voller Feuerwehr-Montur

Der Rettungsschwimmschein in Bronze muss im Rahmen der Ausbildung zum Brandmeister abgelegt werden. Wer zur Taucherstaffel will, benötigt ihn in Silber.
Der Rettungsschwimmschein in Bronze muss im Rahmen der Ausbildung zum Brandmeister abgelegt werden. Wer zur Taucherstaffel will, benötigt ihn in Silber.
Foto: Christian Rasche
Was wir bereits wissen
18 Anwärter auf den Feuerwehrmann-Beruf haben sich ihre Rettungsschwimmabzeichen in Silber und Bronze im Freibad Henkhausen erarbeitet.

Hohenlimburg.. Sie müssen löschen können, sie müssen retten können, sie müssen aber auch gut schwimmen können. Und das eventuell auch unter erschwerten Bedingungen in voller Feuerwehruniform. Dass sie das im Fall der Fälle können, haben 18 Anwärter auf den Feuerwehrmann-Beruf bewiesen, die nun ihrem Traumberuf ein Stück näher gekommen sind: Die 17 Männer und eine Frau haben sich ihre Rettungsschwimmabzeichen in Silber und Bronze im Freibad Henkhausen erarbeitet.

„Voraussetzung für die weitere Feuerwehr-Ausbildung ist nämlich das Schwimmabzeichen in Bronze. Da wir in Hagen auch eine Taucherstaffel haben, streben wir das Abzeichen in Silber an, damit sich die Brandmeisteranwärter später auch dort bewerben können“, erklärt Ausbildungsleiter Bernd Hoheisel. Einige Qualifikationen sind schon vor Berufsantritt vorgeschrieben: „Eine handwerkliche Ausbildung ist Pflicht. Ohne diese wird man zur Brandmeisterausbildung nicht zugelassen.“

Die Anwärter und Anwärterinnen haben daher mitunter schwerwiegende Entscheidungen getroffen. Sie haben ihre alten Berufe aufgegeben, um zur Feuerwehr zu gehen. Damit verbunden auch in einigen Fällen ein geringeres Gehalt.

„Viele von uns sind bereits in der Freiwilligen Feuerwehr gewesen und haben daher eine enge Verbindung zu diesem Berufsfeld. Teamgeist, das Gemeinschaftsgefühl, die Abwechslung aber auch Sicherheit durch eine Verbeamtung sind Argumente, die für diesen Beruf sprechen“, erklärt der Hagener Brandmeisteranwärter Holger Meier (33) seine Motivation. Er ist gelernter Gärtner. Die Ausbildung begann im April mit der ersten Einheit zum Thema Brandschutz. Es folgen die Sanitäterausbildung, der erste 24-Stunden-Dienst im Rahmen der Wachpraktika, der Lkw-Führerschein (CE), mögliche Zusatzqualifikationen und am Ende die Laufbahnprüfung.

Bis an die Belastungsgrenze geführt

Der sportliche Teil ist in der Ausbildung Pflicht und für jeden Anwärter gleich. Egal, ob Mann oder Frau. Im Henkhauser Freibad wurden die künftigen Blauröcke beim Rettungsschwimmabzeichen in Silber bis an ihre Belastungsgrenzen geführt.

Auf dem Prüfplan standen unter anderem 50 Meter Schleppen in höchstens vier Minuten (beide Partner sind dabei in Kleidung), 50 Meter Transportschwimmen sowie 300 Meter Schwimmen in Kleidung in höchstens zwölf Minuten.

Den Abschluss bildete eine kombinierte Übung aus Schwimmen, Tauchen, Lösen aus einem Umklammerungsgriff, Schleppen, Anlandbringen des Geretteten und eine dreiminütige Vorführung von Herz-Lungen-Wiederbelebung. So wird ein möglicher Rettungseinsatz simuliert.

Ingo Stich, Leiter der Schwimmausbildung, führte im Anschluss an die Prüfung noch einmal vor, was es bedeuten kann, wenn man als Feuerwehrmann ins Wasser muss. Mit schwerer Schutzhose, Schutzjacke und Stiefeln sprang er ins Becken. Die Anwärter staunten nicht schlecht als sie sahen, wie der „alte Hase“ sich in seiner Dienstkleidung durch das Wasser pflügte.

„Wir trainieren hier Anwärter aus ganz Südwestfalen und haben eine Erfolgsquote von 100 Prozent. Die Schwimmprüfung sollte innerhalb der ersten sechs Monate abgelegt werden“, so Stich, der ergänzt, dass die Ausbildung ein rapides Ende nehmen kann, wenn man die körperlichen Voraussetzungen nicht erfüllt.

Nicht der typische Frauenberuf

Kamila Kolarz (26) kommt von der Werksfeuerwehr der Firma Bayer in Bergkamen und muss die gleichen Kriterien wie ihre männlichen Kollegen erfüllen. „Ich habe eine Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit absolviert und war mir vorher klar darüber, dass es nicht leicht werden würde. Es ist nicht der typische Frauenberuf, aber ich möchte diese Ausbildung unbedingt bestehen“, freut sich die junge Anwärterin nach bestandener Schwimmprüfung.