Rentnerin verletzt sich schwer an Eingangstür

Hohenlimburg..  Die alte Dame (75) wollte in der Polizeistation Hohenlimburg eine Strafanzeige erstatten. Doch soweit kam es nicht – sie landete schwer verletzt im Krankenhaus.

Schuld daran war die offenbar gefährliche Eingangstür der Wache, die sich automatisch öffnete und die Seniorin zu Boden schlug. Vor dem Hagener Landgericht wird der tragische Unfall jetzt penibel aufgeklärt. Es geht um die Frage, ob die Stadt, der das Gebäude an der Freiheitsstraße gehört, aufgrund einer Amtspflichtverletzung haften muss. Vorerst werden 6000 Euro Schmerzensgeld eingeklagt. (Az. 4 O 317/13).

Rückblende: 3. Juli 2012. Die 75-jährige Elseyerin will bei der Polizei eine Straftat anzeigen. Tags zuvor hatte sie in der Sparkasse 1500 Euro abgehoben, die Geldscheine in ihre Börse gesteckt und diese wiederum in ihrer Handtasche verschlossen.

Doch zu Hause bemerkte die alte Dame, dass der Reißverschluss ihrer Tasche geöffnet worden war. Offensichtlich hatte ein Langfinger hereingegriffen und das Portemonnaie geschickt herausgezogen. Das Geld, darunter auch die gesamte Monatsrente, war gestohlen.

Mit Blaulicht ins Krankenhaus

Um den Diebstahl anzuzeigen, fährt die Elseyerin mit dem Bus zur Polizei. Am Rathausparkplatz geht sie die Stufen hoch, bis zu dem Podest mit der Eingangstür. Dort muss man sich äußerst rechts aufhalten, damit man die Tür nicht abkriegt. Denn der linke Türflügel schlägt automatisch nach außen auf, wenn sich jemand von drinnen zum Ausgang bewegt. Und genau das passiert, gerade, als die alte Dame in die Wache will.

Im selben Moment möchte jemand das Gebäude verlassen. Die Automatiktür geht nach außen auf, kommt der Rentnerin entgegen, schlägt ihr mit voller Wucht gegen den Kopf und fegt sie dann regelrecht um. „Oh Gott, ich falle“, ist ihr letzter Gedanke. Dann wird sie bewusstlos: Schädelbasisbruch.

Ein Krankenwagen schafft die Elsyerin mit Blaulicht ins Allgemeine Krankenhaus Hagen (AKH). Dort muss sie 14 Tage stationär verbleiben, später noch eine Woche lang im Josefs-Hospital. „Seit dem schweren Unfall ist nichts mehr wie es vorher war“, berichtet Clemens Lohkamp, der engagierte Rechtsanwalt der alten Dame. „Aufgrund der schweren Verletzungen kann sie auf dem rechten Ohr nicht mehr hören. Auch den Geruchssinn hat sie völlig verloren, ebenso den Gleichgewichtssinn.“

Der Anwalt fordert 6000 Euro Schmerzensgeld für seine nachhaltig geschädigte Mandantin. Die Stadt will sich bislang nicht gütlich einigen, sie hat jedoch nach dem Vorfall die gefährliche Tür gegen eine sichere Tür austauschen lassen.

Kommissar fand die Tür „gefährlich“

Polizeioberkommissar Markus Fingerhut (41) als Zeuge: „Ich fand die Tür, die mit Schwung aufging, schon immer gefährlich. Kleine Kinder oder schwache Personen hätten umgeschubst werden können. Mal ging sie schwerfällig, mal schlagartig auf. Ich selbst bin von der Tür auch schon angerempelt worden.“

Eine Entscheidung, so weiß Gerichtssprecher Jan Schulte, wird am 27. Januar verkündet.