Rats-Grüne in Hagen wollen Barbara Richter loswerden

Barbara Richter.
Barbara Richter.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Einmaliger Vorgang in der Geschichte der Grünen im Rat Hagen: Sie wollen ihr Mitglied Barbara Richter aus der Fraktion ausschließen.

Hagen..  Dicke Luft bei den Grünen: Gemeinsam haben die fünf Fraktionsmitglieder Nicole Pfefferer, Ruth Sauerwein, Hans-Georg Panzer, Rainer Preuß und Jochen Riechel ein Fraktionsausschlussverfahren gegen Barbara Richter eingefädelt – ein in der Parteigeschichte bislang einmaliger Vorgang. Sollte es tatsächlich dazu kommen, würde die bislang sechsköpfige Ratsfraktion auf fünf Mandatsträger dezimiert. Frau Richter hätte die Optionen, ihren Sitz im Stadtparlament zu behalten, dort als Einzelperson zu agieren oder sich einer anderen Fraktion anzuschließen.

Gremien beraten noch

Rein formal, so sieht es das Parteistatut vor, wird sich zunächst am kommenden Montag die Gesamtfraktion – also sämtliche Grünen-Parteivertreter in Ausschüssen und Bezirksvertretungen – mit der Causa Richter beschäftigen. Außerdem ist für den 18. Februar eine nicht öffentliche Mitgliederversammlung des Kreisverbandes terminiert. Das letzte Wort hat dann am 20. Februar die Fraktion. Bis dahin können die Mitglieder im Fraktionsbüro Stellungnahmen einsehen, in denen sich das Fraktionsquintett und Barbara Richter zu den Hintergründen einlassen.

Vertrauen zerstört

Nach Informationen dieser Zeitung ist das Miteinander der Rats-Grünen bereits seit der Konstituierung der Fraktion im Sommer vergangenen Jahres zerrüttet. Damals musste Barbara Richter, ursprünglich angetreten auf Listenplatz 1, zähneknirschend zur Kenntnis nehmen, dass letztlich Nicole Pfefferer und Jochen Riechel zum Fraktionssprecher-Doppel gekürt wurden. Nach Wochen des Schweigens nahm Barbara Richter zwar letztlich ihr Mandat auf, doch das Vertrauen zur übrigen Fraktion ist bis heute zerstört. Entsprechend bleibt ihr politisches Engagement bislang auch übersichtlich.

Vor der Wahl hatte sie für Transparenz und gegen Hinterzimmerkungelei plädiert. Für die Redaktion blieb sie gestern unerreichbar. Auch die übrigen Beteiligten schweigen.