Räuber wollen Überfälle gestehen

Hagen..  In nur einem Monat sollen vier Männer aus Hagen elf Raubüberfälle – vornehmlich auf Spielhallen – begangen haben. Beim gestrigen Prozessauftakt vor dem Hagener Landgericht kündigten die zwischen 25 und 37 Jahre alten Männer an, zum Teil die Taten zu gestehen.

Zwischen Anfang Dezember und Januar war kaum eine Spielothek oder ein Geschäft in Hagen wirklich sicher vor den mutmaßlichen Räubern. Den Anfang machten die Männer laut Anklage am 8. Dezember, als zwei von ihnen eine Spielhalle auf der Lange Straße überfielen.

Unter lautem Gebrüll, einer der beiden soll sogar auf die Theke gesprungen sein, forderten sie Geld und erbeuteten rund 1300 Euro. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, bedrohten sie eine Angestellte mit einem Messer. Danach flüchteten die Räuber zu einem Kumpel, der in der Folgezeit ebenfalls an weiteren Überfällen beteiligt gewesen sein soll.

Immer das selbe Schema

Weitere Überfälle liefen dann immer nach demselben Schema ab. Zwei unmaskierte Täter, ein Messer. Nur die Besetzung der „Täterteams“ variierte. Jeder kam irgendwann zum Zuge, so die Anklageschrift.

Ihre bevorzugten Ziele waren Spielhallen in Bahnhofsnähe. Aber auch ein Sonnenstudio, eine kleine Boutique und sogar eine Apotheke waren dabei. Das Sonnenstudio wurde zweimal heimgesucht. Erbeutet haben die Männer offenbar Geldbeträge zwischen 230 und 1400 Euro.

Angestellte greift zum Schläger

Nur einmal gingen die Räuber leer aus. Am 13. Dezember sollen sie in eine Spielhalle in der Hindenburgstraße gestürmt sein. Aber eine Angestellte ließ sich weder vom lauten Gebrüll noch von dem Messer beirren. Sie griff lieber beherzt zu einem Baseballschläger und schlug auf die beiden Räuber ein. Entsetzt sollen die Männer ohne Beute geflohen sein.

Gestern kündigten dann alle vier Angeklagten an, dass sie sich demnächst zu den Taten äußern wollen. Zwei von ihnen haben bereits erklärt, dass sie ihre Tatbeiträge gestehen werden. Die beiden anderen ließen über ihre Verteidiger mitteilen, bei welchen Taten sie dabei waren. Richtig starten wird der Prozess erst am Donnerstag, wenn die Angeklagten selbst zu Wort kommen.

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