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Räuber begleitete sein Urteil mit stummem "Blablabla"

24.07.2007 | 05:35 Uhr

Hagen. (sam) Fünf Jahre hinter Gittern für "dreiste" Überfälle - das Urteil des Landgerichts im Fall des 37-jährigen Hageners, der drei Mal einen Supermarkt in der Selbecker Straße heimgesucht und dabei knapp 3000 E erbeutet hatte.

Sein gelassenes Lächeln, das er das gesamte Verfahren immer wieder präsentiert hatte, wirkte wie weggewischt. Sichtlich angespannt saß der 37-Jährige neben seinem Verteidiger, der kurz zuvor noch einen Freispruch gefordert hatte. Später ließ er sich richtig gehen, bewegte seine Lippen zu einem lautlosen "Blablabla" - sein Kommentar zu der Urteilsbegründung des Vorsitzenden Richters Horst Werner Herkenberg. Dann lehnte er sich eine Zeit lang demonstrativ zurück und schloss die Augen, als Zeichen seines Desinteresses.

Das alles änderte jedoch nichts an der Sicht der Kammer, die keine Zweifel daran hegte, dass er der vermummte und mit einer täuschend echt wirkenden Spielzeugpistole bewaffnete Täter gewesen war, der 2005 drei Mal den Supermarkt ausgeraubt und dabei immer einen fröhlich-sarkastischen Spruch auf den Lippen gehabt hatte. So hatte er bei einem der Überfälle erklärt: "Tschüss, bis morgen!"

Anders als der Verteidiger befand das Gericht die Ex-Freundin des Hageners, die ihn fast ein Jahr nach dem letzten Überfall verpfiffen hatte, als glaubwürdig. Sie habe einen relativ detaillierten und differenzierten Bericht abgegeben; habe nicht versucht, die Taten ihres früheren Freundes drastischer darzustellen und habe sogar einen missglückten Versuch geschildert. "Das sind alles Details, die erfindet man nicht so einfach. Und wenn man das erfindet, dann macht man sich das Nacherzählen nicht unnötig schwer", so Herkenberg.

Insgesamt blieb die Kammer mit ihrer Strafe, in die noch ein älteres Urteil wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis einfloss, im unteren Bereich. Auch wurde ein vierter Überfall auf einen Supermarkt in der Fröbelstraße im Hinblick auf die ohnehin zu erwartende Strafe eingestellt. Der Hagener, der das Verfahren über geschwiegen, die Vorwürfe jedoch über seinen Verteidiger bestritten hatte, will das Urteil nicht akzeptieren. Auf Nachfrage der WR kündigte sein Anwalt Revision an.

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