Radweg muss Wasserwerk weichen

Westhofen..  Wohin mit dem Ruhrtal-Radweg, wenn die Wasserwerke Westfalen auf ihrem Gelände in Westhofen eine zusätzliche Aufbereitungshalle errichten? Das Teilstück zwischen Bruchstraße und Ruhrufer, der sogenannte Schwarze Weg, muss für das 20-Millionen-Euro-Projekt gesperrt werden. Beginn soll im kommenden Jahr sein.

Kran muss aufgestellt werden

„Man braucht ein gewisses Baufeld“, erklärt Wasserwerke-Sprecher Christian Skark. Denn zum Hochziehen des 15 Meter hohen Gebäudes, das mit einer Grundfläche von 30 mal 80 Metern etwa einer Turnhalle entspricht, müsse ein großer Kran aufgestellt werden. Und unter dessen Schwenkbereich dürfe aus Sicherheitsgründen niemand hindurchfahren. Zumal eine Menge Moniereisen zur Baustelle gehievt werden müsse.

„Zumindest für die Bauzeit kann da der Weg nicht langgehen“, sagt Skark deshalb. Wie die Trasse verlegt werden solle, werde noch diskutiert. Stadtpressesprecher Carsten Morgenthal bestätigt Gespräche mit den Wasserwerken über den Verlauf. Er möchte gern eine Lösung finden: „Möglichst so, dass er weiter an der Ruhr entlangführt.“

Kein Provisorium

Anwohner dagegen sehen den beliebten Abschnitt bedroht, an dem man dem Ufer so nahe kommt wie selten. „Die suchen eine billige Alternative“, befürchtet Hans-Joachim Göbel. Sie könnte – so hörte er – von der Ecke Wasserstraße aus durch die Bruchstraße bis in deren feldwegartige Verlängerung zum Ruhrverbands-Gelände führen, an deren Ende quer durch das Gestrüpp wieder eine Verbindung zum Radweg geschlagen werden könnte.

„Das wird ein Unfallschwerpunkt hoch drei“, schimpft Göbel: „Die Radfahrer müssen als Linksabbieger in den vollen Gegenverkehr.“ Und das an der engen Straße, die durch viele parkende Autos noch schmaler wird. Als weitere Gefahrenpunkte zählte Göbel dort 22 Garageneinfahrten, aus denen die Nachbarn rückwärts herausfahren.

An ein vorübergehendes Provisorium mag Göbel nicht glauben, weil ihm Nachbarn berichteten, dass man ihnen ein Stück Garten für den neuen Radweg abkaufen wollte: „Sonst würden sie das doch nur für zwei Jahre pachten.“