Protz-Kanäle

Geschichte wiederholt sich doch: Zumindest in Hagen könnte es passieren, dass die Gebühren-Bürger zum zweiten Mal eine gigantische Kanalbaumaßnahe finanzieren, die gar nicht gebraucht wird.

Der erste Fall stammt aus jener Zeit, als die Stadt-Weisen noch glaubten, auf der Bettermann-Insel gigantische Einkaufstempel errichten zu können. Um dort eine mehr-etagige Tiefgarage versenken zu können, wurde die dazugehörige Kanaltechnik in extremer Tiefe vergraben – irgendwo in der Nähe des Erdmagmas. Sehr spektakulär, sehr aufwändig, sehr teuer. Und vor allem sinnlos. Denn bis heute befindet sich dort lediglich ein Parkplatz – natürlich ebenerdig.

Der zweite Fall bahnt sich jetzt auf der Haßleyer Insel an. Wo für 4,7 Millionen Euro der Kanal für ein Sonneborn-Möbelhaus gebohrt wurde, entdecken die Bürger bis heute lediglich eine Graslandschaft. Gestern wurde nun bekannt, dass der österreichische Einrichtungskrake „XXXLutz“ nach dem Zurbrüggen-Coup auch die Sonneborn-Häuser in Lüdenscheid und Iserlohn geschluckt habe. Wer glaubt denn da noch, dass in Hagen eine weitere Dependance entsteht? Immerhin: Ein Kanal wäre ja da - ist auch schon bezahlt.