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Fachkräftesicherung

Probleme auf dem Arbeitsmarkt schärfer

31.07.2012 | 20:00 Uhr
Probleme auf dem Arbeitsmarkt schärfer

Hagen. Zwischen 1990 und 2010 ging die Bevölkerungszahl in Hagen von 214.499 auf 188.529 Menschen zurück. Das entspricht einem Verlust von 12,1 Prozent. Zum Vergleich: Die Bevölkerungsentwicklung im gesamten Land Nordrhein-Westfalen verlief im gleichen Zeitraum positiv. Das Land legte 2,9 Prozent bei den Bewohnern zu. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Bis 2030 erwarten die Statistiker einen weiteren Einwohnerrückgang in Hagen um 13,1 Prozent auf dann nur noch geschätzte 163.830 Personen.

Und auch im Land wird ein Rückgang erwartet, allerdings nur um 2,9 Prozent. Naturgemäß schrumpft somit auch die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 65 Jahren. Bis 2030 wird ein Rückgang um 19,3 Prozent auf dann rund 97.000 erwartet (NRW: -11,5 Prozent).

„Die Problematik für den Arbeitsmarkt verschärft sich noch durch die Tatsache, dass es im Märkischen Kreis und im Ennepe-Ruhr-Kreis ähnlich aussieht“, sagt Gerhard Kopplin, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Hagen. „Das heißt, dass die Unternehmen nicht so einfach Personal aus dem Umland rekrutieren können.“

Drei Fragen an...
„Jeder Schüler hat eine Perspektive“

Durch das verkürzte Abitur gibt es 2013 einen doppelten Abiturjahrgang. In Hagen werden rund 1350 Abiturienten die Schule verlassen, das sind gut 500 mehr als in diesem Jahr. Wir sprachen mit Katja Heck, Leiterin der Berufsberatung der Agentur für Arbeit.

Was bedeutet der doppelte Abiturjahrgang für die Ausbildungsplatzsituation?

Katja Heck: Zunächst einmal bleibt für viele Abiturienten das Studium die erste Wahl. Allerdings ist in NRW der Studierwille traditionell geringer als in anderen Bundesländern. Der Trend dreht sich zurzeit in Richtung duale Ausbildung oder Verbundstudiengang. Wir rechnen landesweit mit 10 000 bis 12.000 Abiturienten, die zusätzlich ins duale Ausbildungssystem strömen werden.

Welche Rolle spielt der Fachkräftebedarf in der Region bei der Beratung?

Katja Heck: Wir haben das natürlich im Blick, aber grundsätzlich geht es darum, die Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt zu stellen. Die müssen für sich herausfinden, was sie können und was sie wollen. Dabei unterstützen wir die Kids, wir nehmen ihnen aber die Entscheidung nicht ab. Zurzeit ist es in Mode, einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren. Wir müssen dafür sorgen, dass die jungen Menschen auch zurück kommen.

Was bedeutet der doppelte Abiturjahrgang für Real- und Hauptschüler?

Katja Heck: Niemand muss ohne Ausbildungsplatz dastehen, jeder hat eine Perspektive. Selbst den oft zitierten Verdrängungswettbewerb sehe ich nicht. Lediglich der Beruf des Einzelhandelskaufmanns ist bei Abiturienten, Realschülern und Hauptschülern ähnlich beliebt. Ansonsten haben auch Hauptschüler Chancen. Der demografische Wandel bringt die Unternehmen in die Situation, genau auf die Fähigkeiten der Schüler zu schauen. Da kann dann auch auf den zweiten Blick der richtige dabei sein.

Fachkräftesituation

Die Verantwortlichen der Agentur für Arbeit zeigen sich bezüglich der Fachkräfte-Situation zurückhaltend optimistisch. Zwar gebe es in einigen Berufszweigen durchaus einen Mangel zu beklagen, zum Beispiel in den Bereichen Ärzte , Pflegefachkräfte , Elektro- und Metallingenieure, Metallfacharbeiter, Elektrofacharbeiter sowie in bestimmten Handwerksbereichen, wie Maler und Lackierer oder Gartenbaufacharbeiter. Dagegen stagniere die Situation bei den Bürofach- und -hilfskräften oder entwickele sich sogar erfreulich wie beispielsweise bei den Warenkaufleuten. Da habe Hagen von 2001 bis 2011 um die 325 neue Stellen gewonnen.

„Da zeigt sich, dass Hagen ein Oberzentrum ist. Mit Blick auf die Rathaus-Galerie erwarten wir zahlreiche neue sozialversicherungspflichtige Voll- und Teilzeitjobs“, sagt Kopplin. Ohnehin sei kein Trend in diesem Bereich hin zu geringfügiger Beschäftigung zu erkennen. „Uns bereitet zurzeit eher Probleme, dass in der Vergangenheit zahlreiche Ausgebildete aus finanziellen Anreizen in Helfertätigkeiten abgewandert sind“, betont Kopplin. So hätte es früher zahlreiche Schlosserhelfer gegeben, die es heute des komplexeren Berufsbildes wegen so nicht mehr gebe.

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    Seite 3: Die Menschen in der Region halten

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