Präsident „H“

Der Tod des ehemaligen türkischen Staatspräsidenten Süleyman Demirel weckt Urlaubserinnerungen. Zwei Jahrzehnte dürfte es her sein, dass unsere Familie unbeschwert die Sonne in einem Bungalow-Dorf unweit von Antalya genoss. Bis eines Tages zwei Kriegsschiffe vor dem Strand ankerten, eine Armada mit Luxuslimousinen im Höchsttempo durch das Ressort rauschte und der Clan des Staatsoberhauptes eine von Sicherheitskräften mit ausgebeulten Jacketts umzingelte Strandvilla bezog. An der Rezeption assistierten dem freundlichen Personal fortan mürrische Polizeikräfte.


Was am Erholungswert des Aufenthalts zunächst wenig änderte. Wir fühlten uns vor allem extrem sicher. Bis zu jenem Tag, als plötzlich das Beach-Volleyball-Feld abgebaut und dort riesige Schotterberge von einer PS-protzenden Planierraupe verteilt wurden. Mehrere Teer-Laster kippten im Anschluss dort ihre Ladung ab, und eine Walze verwandelte schließlich die Sportfläche in einen stattlichen Asphaltplatz.


Wir ratlos dreinblickenden Touris, die sich um ihren Strand-Spaß betrogen fühlten, wurden erst schlauer, als ein Maler mit breitem Quast ein überdimensionales „H“ aufpinselte. Unser Spiel-Areal hatte sich innerhalb eines Vormittags in einen Hubschrauberlandeplatz für die Ausflugsgelüste des Präsidenten verwandelt.


Was das mit Hagen zu tun hat? Zunächst einmal wenig. Es sei denn, der Präsident des Hasper Heimat- und Brauchtum-Vereins entwickelt plötzlich ein Faible dafür, zum Kirmesgeschehen per Helikopter einzuschweben. Dann würde ich mir um den an sein Haus angrenzenden Freiheitsplatz der Blau-Weiß-Kicker echt Sorgen machen . . .