Poststreik: Küchenstudio erhält seit zwei Wochen keine Briefe

Hagen..  Briefe kamen zum letzten Mal am 11. Juni. Seitdem hat Helena Hußmann, die mit ihrem Mann Michael das Küchenstudio Faehte und Hußmann in der Adolfstraße betreibt, keinen Postboten mehr gesehen. Der Streik in den Verteilzentren und bei den Zustellern, bei dem kein Ende abzusehen ist, trifft das Unternehmen also hart. Denn auch in Internet-Zeiten ist der Brief aus dem Geschäftsleben nicht wegzudenken. „Wir warten auf Rechnungen, Dokumente und auch Angebote unserer Lieferanten“, sagt Helena Hußmann. Sie wäre sogar bereit, selbst zum Briefverteilzentrum an der Buschmühlenstraße zu fahren, um ihre Post abzuholen. „Aber ich erreiche bei der Post ja niemandem, der mir eine Auskunft geben kann.“

So wie Helena Hußmann geht es derzeit vielen Menschen in Hagen, aber nicht allen. Die Auswirkungen des Poststreiks sind von Stadtteil zu Stadtteil, manchmal von Straße zu Straße sehr unterschiedlich. Aus der Karl-Halle-Straße meldet sich etwa Ralf Overhoff, der schon seit mehr als zehn Tagen keine Post mehr bekommen hat. Er kann genauso wenig wie seine ebenfalls betroffene Nachbarin Hanni Falkenroth verstehen, warum in anderen Straßenzügen regelmäßig Postzusteller unterwegs sind. Können die bestehenden Kapazitäten an nicht-streikendem Personal nicht gleichmäßig auf das Stadtgebiet verteilt werden?

Offene Frage also, die Post-Sprecher Andreas Böhm zu beantworten versucht. „In Streikzeiten können wir nicht-streikende Kollegen nicht einfach in Bezirken einsetzen, die bestreikt werden.“ Das gehe allenfalls auf freiwilliger Basis. Und deshalb gebe es leider in Hagen Bereiche, die tatsächlich massiv vom Streik betroffen seien. Die Abholung der Briefe im Verteilzentrum ist aus Sicht der Post nicht möglich. Böhm: „Das geht aus Sicherheitsgründen nicht. Zudem würden Laien ihre Postsendungen gar nicht finden.