Possenreißer zwischen Herd, Töpfen und Pfannen

Hagen-Mitte..  Man muss ihn einfach köstlich finden. Die Markenzeichen von Horst Lichter (53) sind sein gezwirbelter Bart und sein rheinischer Mutterwitz. Das Erfolgsrezept des populären TV-Kochs: Er kombiniert Volksverköstigung und Volksbelustigung zu seiner persönlichen Herzenssache.

Das Ergebnis mundete

„Herzenssache“ heißt auch Horst Lichters viertes Bühnenprogramm, mit dem er am Donnerstagabend in der Stadthalle gastierte. Das Ergebnis überzeugte, es mundete geradezu: Gut 1000 Gäste fühlten sich gut bewirtet und kurzweilig unterhalten – bei dieser bunten Mixtur aus „das war mein Leben“ und Kochshow. Zweieinhalb Stunden Programm vergingen so schnell wie Fast-Food.

Horst Lichter ist ein klassischer Alleinunterhalter, ein Geschichtenerzähler, ein Clown im Kochkostüm. Er ist herzerfrischend authentisch, liebt den direkten Kontakt zu seinem Publikum. Und das Publikum liebt ihn: Wenn der Possenreißer zwischen Herd, Töpfen und Pfannen zu Hochtouren aufläuft, steigt der Lachsalvenpegel, ja, man klopft sich hemmungslos auf die Schenkel.

„Herzenssache“ scheint für Lichter eine Herzensangelegenheit zu sein. Er nimmt uns mit auf seiner biografischen Berg- und Talfahrt. Als „Deutschlands lustigster Koch“ offen aus den Tiefen seines Lebens erzählt, über den Tod seiner Mutter und seines Kindes spricht, seine Scheidung, seinen Schlaganfall und seinen Herzinfarkt zum öffentlichen Thema macht – da hält der vollgefüllte Saal ganz still inne. Horst Lichter bezeichnet diese Wendepunkte im Leben als „Aufwachen“. Das Publikum zollt ihm Respekt.

„Lerne was Vernünftiges“

Die Restaurant-Anfänge in der legendären „Oldiethek“ und die Kunst der richtigen Betonzubereitung sorgten hingegen für Heiterkeit.

Als der junge Horst einst seinem Vater den Berufswunsch „Koch“ verkündete, erntete er nur Kopfschütteln: „Junge, lerne was Vernünftiges,“, erwiderte der Vater, „du willst doch nicht enden wie Mama?“