Polizist aus Leidenschaft feiert 90. Geburtstag

Hohenlimburg..  Dieses Lob eines Ur- Hohenlimburger Bürger wird Werner Herzbruch gerne hören. Auch wenn er schon seit dreißig Jahren in Pension ist. „Er war ein netter Beamter von der Polizei, der sich auch mal mit uns Kindern auf der Straße unterhielt.“

Heute feiert Werner Herzbruch seinen 90. Geburtstag. Wo? Das wollte Ehefrau Liane beim kleinen Empfang mit Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss, Freunden und ehemaligen Kollegen nicht verraten. „Das ist eine Überraschung.“

Der ehemalige Kriminalhauptkommissar gehörte im Jahr 1946 zu den ersten Polizisten unterm Schlossberg. „Damals sind wir mit insgesamt 21 Kollegen angefangen. Ich bin der einzige, der noch lebt.“

Nach Kriegsende hatte der Offiziersanwärter für seinen beruflichen Werdegang drei Möglichkeiten – im Bergbau Kohle zu fördern, die zerstörten Bahnlinien zu reparieren oder unter britischer Leitung zur Polizei zu gehen. Diese Option zog er und sorgte mit einer Armbinde MG-Police (Military Government) unterm Schlossberg für Recht und Ordnung. Dass er dieses nicht unvorbereitet tat, dafür sorgte ein Lehrgang in der Polizeischule in Fredeburg. „Da erhielt ich auch eine grüne Uniform.“

Diese trug er aber nicht lange, denn bereits im Jahr 1947 wechselte er zur Kriminalpolizei. Ein in Hohenlimburg unvergessener Doppelmord an der Iserlohner Straße bot ihm diese Chance.

Trompete und Gitarre

Diese ergriff und nutzte der leidenschaftliche Musiker (Trompete, Gitarre und Heimorgel) und Schwimmer und blieb der Kriminalpolizei bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1985 treu.

Zunächst gehörten Hohenlimburg und die Nachbarstadt Letmathe noch zum Landkreis Iserlohn; nach der kommunalen Neuordnung Hohenlimburg bekanntlich zum Polizeipräsidium Hagen. Dort leitete Werner Herzbruch das Erste Kommissariat und bearbeitet in seiner Laufbahn mehr als 100 Mordfälle. Einer der spektakulärsten in der Nachbarstadt Iserlohn führte ihn im Jahr 1970 in die Fernsehsendung xy-ungelöst und somit zu Eduard Zimmermann.

Ehrenvorsitzender des Fördervereins

In seiner Freizeit widmet sich der begeisterte Schwimmer auch heute noch der DLRG, zu deren Mitbegründern er im Jahr 1949 in Hohenlimburg gehörte. So war er 35 Jahre Leiter der Ortsgruppe Hohenlimburg und von 1970 bis 1975 Leiter des DLRG Bezirkes Iserlohn. In dieser Funktion stieß er auf den Namen Richard Römer. Der Sergeant aus Hohenlimburg gilt aufgrund seiner Rettungstaten im Jahr 1912 im Seebad Binz als Vater der DLRG. Ihm zu Ehren wurde am 27. Juli 2012 auf der Ostseeinsel Rügen ein Festakt veranstaltet, an dem Liane und Werner Herzbruch teilnahmen.

Eine Ehrentafel, die am 19. Oktober 2013 am Lennebad angebracht wurde, erinnert an den Helden von Binz, der ein Dutzend Menschen aus der Ostsee rettete.

Ihm zu Ehren wurde das Lennebad in Richard-Römer-Lennebad umbenannt. Am 6. Februar 2014 gründete sich unter der Federführung von Frank Schmidt ein Förderverein, der Werner Herzbruch in Anerkennung seiner Verdienste für die DLRG zum Ehrenvorsitzenden ernannte.