Polizei rechnet mit „schwierigem Großeinsatz“

Dortmund..  Hooligans und Rechtsextremisten folgen am Samstag, 28. März, dem Demonstrationsaufruf der Nazi-Partei „Die Rechte“ und nehmen an einem Rechtsrockkonzert teil. Nachdem Gerichte die von Polizeipräsident Gregor Lange ausgesprochenen Verbote gekippt haben, bereitet sich die Polizei auf einen „schwierigen Großeinsatz“ vor. Personenkontrollen, verspätete Bahnen und andere „teils erhebliche Einschränkungen“ in der Innenstadt und im Westen – der von den Verwaltungsgerichten Gelsenkirchen und Münster ermöglichte Aufmarsch von gewaltbereiten Hooligans und Neonazis hat Folgen.

Antifaschistische Gruppen rufen zum Widerstand auf. Nazigegner kommen aus vielen Städten nach Dortmund. 12.30 Uhr am Samstag ist der Hauptbahnhof der Treffpunkt für Neonazis und Hooligans. Sie gehen zehn Jahre nach dem Tod des von einem Neonazi erstochenen Punkers Thomas Schulz auf die Straße. Offizielle Angaben über Teilnehmerzahlen und die Marschroute der Nazis gab es gestern nicht.

Während einer Gedenkdemonstration erinnert der Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus mit fünf Särgen und Rosen an Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Dortmund. 185 Transparente zeigen zusätzlich die Namen von Todesopfern aus ganz Deutschland. Start für diesen Zug ist um 13 Uhr am Museum am Ostwall.

Zu Beginn der Ferien rät Bundespolizeisprecher Volker Stall den Bahnkunden, rechtzeitig anzureisen: „Wenn der Bahnhof überfüllt ist, müssen wir ihn kurzzeitig sperren“, sagte Stall gestern. Bahnfahrer könnten Züge nicht pünktlich erreichen.

Polizeipräsident Gregor Lange hatte seine Verbote mit zu erwartenden Straftaten begründet. Die Richter ließen sich darauf nicht ein und stellten klar, dass die Polizei den Demonstranten Auflagen erteilen könne, um Straftaten zu verhindern. 2005 und 2006 töteten Nazis in Dortmund Thomas Schulz und Mehmet Kubasik. Bei einer Demonstration am 21. Dezember 2014 skandierten Rechtsextremisten Parolen wie „Thomas Schulz, das war Sport, Widerstand an jedem Ort“ und „Mehmet hat‘s erwischt“. Nach dem Gerichtsbeschluss steht für Gregor Lange fest, dass die Gesellschaft derartige Provokationen durch Rechtsextremisten ertragen muss, weil die Versammlungsfreiheit ein höherwertiges Grundrecht darstelle.