Politische Nebelkerze

Klinikerweiterung im Deerth. Die Frage von Fritz Brüggemann an die Naturschutzverbände, wie sie zu der Erweiterung der AWo-Stätte am Deerth stehen, ist für den BUND kurz beantwortet: ablehnend. Dies machten die Vertreter des BUND im Landschaftsbeirat deutlich. Maßgeblich für die ablehnende Haltung sind Gründe des Landschaftsbildes, der Naherholung und des Artenschutzes sowie das Problem der späteren Ausdehnung des Objektes, wenn dieses erst einmal installiert sein sollte.


Die kritische Würdigung Brüggemanns zur Haltung der Grünen in diesem Falle wird geteilt; scheint diese doch sehr stark aus der sozialen Sicht geprägt, was für Hagener Verhältnisse typisch ist. Herrn Panzer muss schon entgegengehalten werden, dass ein Rat der Stadt einen Bebauungsplan-Aufstellungsbeschluss üblicherweise mit einer bestimmten Zielsetzung fasst und das Verfahren damit nicht mehr entscheidungsoffen geführt wird; diese Diskussion findet eher im Vorfeld eines Bebauungsplan-Aufstellungsbeschlusses statt. Die Argumentation, im Bebauungsplanverfahren würden Argumente für und wider das Planungsziel gleichgewichtet gegenübergestellt, ist eine typische politische Nebelkerze. Es ist schade, dass sich die Grünen inzwischen auch dieses Verhalten zu eigen machen.

Zu den potenziellen Bewohnern des Heimes wurde seitens der AWo-Vertreter im Beirat auf mehrmalige Nachfrage ausgeführt, dass diese mehrere Stufen des Entziehungsstrafvollzuges in verschiedenen, sich lockernden Sicherheitsstufen durchlaufen. Am Deerth werden bislang nur Bewohner im relativ offenen Vollzug betreut. Zukünftig sollen auch Insassen der Vorstufen hinzukommen, was sich durch die hohe Einzäunung aus Sicherheitsgründen kundtut. Sollte der Einrichtung – fernab jeder Wohnbebauung und damit nicht störend – ein Erfolg (fällt nicht unangenehm auf) beschieden sein, sind Erweiterungen vor Ort (Argumentation: ist ja schon ein Ansatz da) nicht auszuschließen. Der letzte Satz trifft meine persönliche Einschätzung der Lage.