Plätze im Offenen Ganztag werden knapp

Breckerfeld..  Die Nachricht auf dem Elternabend in der Grundschule Breckerfeld am 28. Mai ließ insbesondere jene hellhörig werden, die alleinerziehend sind oder bei denen beide Elternteile berufstätig sind. Im kommenden Schuljahr kann offenbar nicht allen Kindern ein Platz im Offenen Ganztag garantiert werden. 18 freien Plätzen stehen 30 Interessenten gegenüber. Zwölf Kinder drohen unversorgt zu bleiben.

Folge: Alle Eltern wurden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Darin geht es unter anderem darum, welche Eltern zu welchen Zeiten berufstätig sind. Entsprechende Belege des Arbeitgebers müssen beigefügt werden. So will die Stadtverwaltung feststellen, wer aus beruflichen Gründen auf einen Betreuungsplatz angewiesen ist.

Bereits auf 65 Plätze aufgestockt

„Eine solche Abfrage ist Routine“, erklärt Jürgen Seuthe, Leiter des Hauptamtes der Stadt. Gleichzeitig bestätigt er: „Wir haben mehr Wünsche als in den vergangenen Schuljahren. Allerdings haben Eltern keinen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Es ist nicht auszuschließen, dass Kinder nicht untergebracht werden.“ Und das trotz rückläufiger Schülerzahlen. Derzeit besuchen 300 Kinder die Grundschule. 2018/19 rechnet die Verwaltung mit 20 Grundschülern weniger.

Lange Zeit, so Seuthe, sei man an der Grundschule mit 50 Plätzen im Ganztag ausgekommen. Dann habe man auf 65 Plätze aufgestockt. Jetzt könnten auch die nicht mehr reichen. „Wenn wir mehr Kinder aufnehmen, stoßen wir an unsere Grenzen. Dabei geht es vor allem um die Kapazität der Mensa.“

Schwierige Situation für Eltern

Die, so bestätigt auch Andrea Döhring von der Evangelischen Jugend, Träger des Ganztags in Breckerfeld, sei ursprünglich nur auf 50 Kinder ausgerichtet gewesen. „Schon jetzt wird in Breckerfeld in zwei Schichten gegessen. Das kann man nicht ausweiten. Sonst bekommen die letzten Kinder ihre warme Mahlzeit erst am Nachmittag.“

Der Trend hin zur OGS-Betreuung ist für Andrea Döhring nicht neu. „Landesweit steigt die Nachfrage. Dieses Phänomen haben wir auch an Hagener Schulen, an denen wir den Ganztag organisieren, beobachtet. Auch hier gibt es Kinder, die keinen Platz bekommen“, so Döhring weiter, „das ist nicht schön. Und als berufstätige Mutter kann ich die Sorgen der Eltern nur zu gut nachvollziehen.“

Breckerfeld scheint der Entwicklung hinterherzuhinken. „Zunächst hatten wir den Eindruck, dass der Ganztag nicht so nachgefragt wird, wie wir uns das gewünscht hätten“, sagt Andrea Döhring. Mittlerweile werde das Angebot aber sehr gut akzeptiert. Im kommenden Schuljahr vielleicht sogar so gut, dass erstmals Kinder nicht untergebracht werden können. Betroffene Eltern würde das vor erhebliche Probleme stellen. Wenn sie erst in der Woche vor den Ferien erfahren, dass die Plätze nicht ausreichen, wird es schwierig, bis zum Start des Schuljahrs Alternativen zu finden.