Pferd gefüttert – Wallach verendet qualvoll an Rosenkohl

Beate Olsok trauert um Joey. Er ist an einer Magendrehung verendet.
Beate Olsok trauert um Joey. Er ist an einer Magendrehung verendet.
Foto: Alex Talash
Was wir bereits wissen
Ein Wallach ist nach der Aufnahme von Rosenkohl qualvoll an einer Kolik zugrunde gegangen. Wurde das Tier absichtlich damit gefüttert?

Haspe.. 23 Jahre, sein ganzes Leben lang, stand Wallach Joey gemeinsam mit Pferdedame Rommi auf der Weide, beide waren unzertrennlich. Am Samstag fand Besitzer Dirk Schüßler Joey tot im Gras liegen: „Er ist an einer Kolik verendet, jemand hat ihn kiloweise mit Rosenkohl gefüttert. Das hat er nicht vertragen.“

Eine Tierärztin bestätigte, dass das Pferd wahrscheinlich an dem ungewohnten Futter zugrunde gegangen ist. Joey und Rommi lebten auf einer Weide am Kursbrink, an der ein vielgenutzter Wanderweg vorbeiführt. Mitte vergangener Woche bemerkte Dirk Schüßler erstmals, dass es dem Wallach nicht gut ging: „Er war so lurig, wollte nicht aufstehen.“ Nahe des Zauns entdeckte er dann den Rosenkohl, zahlreiche Sprossen und Röschen lagen verstreut auf der Weide und dem Wanderweg.

War es naive Gutmütigkeit oder vielleicht böse Absicht, die einen Spaziergänger dazu veranlasst hatte, die Reittiere mit dem unverträglichen Gemüse zu füttern? Pferde sind eigentlich bekannt für ihren empfindlichen Magen- und Darmtrakt, selbst auf eine Nahrungsumstellung in geringen Mengen können sie mit schweren Koliken reagieren. „Hinzu kommt, dass Kohl eine blähende Wirkung hat“, so Dr. Melanie Engels, Veterinärin der Stadt Hagen: „Fremde Pferde sollte man niemals füttern.“

Joey wälzte sich vor Schmerzen

Obwohl eine Tierärztin Joey mit einer Spritze und Schonkost wieder auf die Beine bringen wollte, erholte er sich nicht mehr. „Er muss riesige Schmerzen gehabt haben“, so Dirk Schüßler. Das Pferd habe sich beständig hin- und hergewälzt, wodurch wohl eine Magendrehung hervorgerufen wurde. Schließlich muss Joey qualvoll verendet sein. Er wolle niemandem Bösartigkeit unterstellen, so Schüßler: „Vielleicht ist es Unwissenheit gewesen. Obwohl. . .“

Stute Rommi (26) hat der Besitzer inzwischen bei den drei Pferden seiner Lebensgefährtin Beate Olsok untergebracht – aus Sicherheitsgründen, aber auch, weil sie das Alleinsein nicht ausgehalten hätte: „Sie wäre Joey in den Tod gefolgt.“ Schüßler appelliert an alle Spaziergänger: „Bitte nie fremde Tiere füttern. Vor allem Pferde reagieren schnell allergisch.“ Eine Warnung, die für Joey leider zu spät kommt.