Peter Schütze auf den Spuren Kurt Tucholskys

Dr. Peter Schütze rezitierte Kurt Tucholsky beim Kulturcafé Melange im "Bentheimer".
Dr. Peter Schütze rezitierte Kurt Tucholsky beim Kulturcafé Melange im "Bentheimer".
Foto: WP

Hohenlimburg..  Erwartungsvoll starrt ihm das Publikum ins Gesicht. Jenes Gesicht, das unterm Schlossberg so bekannt ist, wie kaum ein zweites. Manchmal zu einer ernsten Miene verknautscht, dann wieder fröhlich. Noch kein einziges Wort ist gesprochen, und dennoch fühlen sich die Stammgäste des Kulturcafés „Melange“ von Dr. Peter Schütze auf das Tiefste befriedigt.

Dieses fast immer gleiche Szenario ließ sich auch am Mittwochabend im „Bentheimer“ verfolgen. Schütze bat zum Tanz mit Kurt Tucholsky. Jenem Journalisten und Schriftsteller, der sich vor 80 Jahren das Leben genommen haben soll und zudem unter den Synonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Ignaz Wrobel und Theobald Tiger schrieb.

Unter dem Titel „Merkt ihr nischt? Gedichte und Szenen von Kurt Tucholsky“ tauchte Schütze in das bewegte Leben Tucholskys ein und rezitierte jene Zeilen, die ihn weit über seinen Tod hinaus berühmt werden ließen. „Der Mensch“, „Liebespaar am Fenster“ oder „Mit 5 PS“. Schütze spielte mit den Zeilen, die er, gepaart mit seiner Mimik, so eindringlich vortrug, dass man geneigt war, zu glauben, sie seien seiner eigenen Feder entsprungen. Den Grund dafür lieferte Schütze selbst. „Tucholsky hat mich mein Leben lang begleitet. Ich halte ihn noch immer für einen der größten Satiriker“, offenbarte der ehemalige Schlossspielleiter vor seinem Auftritt, der beim Melange-Publikum so beliebt ist, wie kaum ein anderer Künstler und folglich mit reichlich Applaus bedacht wurde.

Heimatverein lauscht ebenfalls

Das einzige Manko des Abends lieferten die Nebengeräusche im „Bentheimer“, die bei der Planung des Abends offensichtlich nicht bedacht worden waren. Denn der Heimatverein hielt parallel und unmittelbar im abgetrennten Nachbarraum ein Treffen für die anstehende Berlin-Fahrt ab.

So störte man sich mitunter gegenseitig, was den erfahrenen Dr. Peter Schütze jedoch nicht aus dem Konzept warf und sicherlich auch für einige heitere Momente bei den Heimatfreunden sorgte.