Pelmke wird zum Super-(kunst)markt

Die Pelmke lädt ab Freitag zur Exhibition ein.
Die Pelmke lädt ab Freitag zur Exhibition ein.
Foto: Yvonne Hinz

Hagen-Wehringhausen.. In diesem Jahr wird alles anders – da wandelt sich das Kulturzentrum nicht (nur) zur Ausstellungsfläche, sondern primär in ein Warenhaus. Mit Abteilungen, Sonderangeboten und Kaufhausdurchsagen per Lautsprecher. Die „Pelmke Exhibition 2015“ versteht sich als Super-(kunst)markt, was sich wiederum vom Keller bis zum Dach widerspiegelt.

An der dreitägigen Großveranstaltung in der Pelmke beteiligen sich rund 60 Aktive – allein 30 bildende Künstler, außerdem Performer und Musiker.

„Wir stellen die Exhibition zum neunten Mal auf die Beine, in diesem Jahr das vierte Mal in Folge“, erläutert Jürgen Breuer. 2015 konnte der Pelmke-Geschäftsführer auf eine solide Grundfinanzierung des Happenings aufbauen, das könnte künftig allerdings anders aussehen.

Dreimal 40.000 Euro

Zum Hintergrund: Die Wehringhauser Einrichtung partizipiert von der „Konzeptförderung soziokultureller Zentren“ , einem NRW-Förderprojekt. Die finanzielle Unterstützung war auf drei Jahre begrenzt und endet in diesem Sommer. Pro Jahr standen dem begünstigten Zentrum 40.000 Euro zur Verfügung. „Das waren erfreulich hohe Summen, die wir u.a. für das Wehringhauser Stadtteilfest, für Bandprojekte, Konzerte und eben die Exhibition verwenden konnten“, blickt Jürgen Breuer zurück.

Das Förderprojekt sei ausgerichtet auf experimentelle Kunst sowie auf Aktionen, die zum Mitmachen animieren und Eigeninitiative ­wecken. Man hoffe, auch im kommenden Jahr wieder durch einzelne Förderprojekte unterstützt zu werden, um gerade auch jungen Kreativen eine Plattform bieten zu können. So soll 2016 das Kooperationsprojekt „Soziokultur trifft auf (Stadt-)Theater“ vom Land NRW aufgelegt werden. „Wir werden uns mit dem Hagener Theater kurzschließen“, so Breuer.

Aber zurück zur „Exhibition“: Von Freitag bis Sonntag gibt’s in den Abteilungen „Sehhilfen“, „Wandteppiche“ und „Papeterie“ Kunst aus diversen Genres zu entdecken. „Und in dem Warenhaus-Bereich ,Fleisch und Erotik’ ­können Besucher in eine Installation eintauchen“, macht Künstler Andreas F. Arnold neugierig.

Künstler am Fließband

An einer Kunstfertigungsstraße arbeiten mehrere Künstler zusammen. Dahinter verbirgt sich eine Art Fließband, die kreativen Teilnehmer müssen im 20-Sekunden-Takt ihren Beitrag fertiggestellt haben. „Eine irre Sache, die DJ Phil Audio musikalisch begleitet“, verrät Arnold.

Die in der Pelmke entstandenen Kunstwerke werden vor Ort für kleines Geld verkauft, die Einnahmen kommen einem Flüchtlingsprojekt zugute.

Im letzten Jahr kamen an den drei Happening-Tagen knapp 1500 Besucher in die Pelmke. „Mit dem gleichen Besucheransturm rechnen wir auch diesmal“, so Breuer.