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"Patienten wie Fidan liegen mir am Herzen"

14.05.2007 | 02:26 Uhr

Hagen. "Ich hätte alles gegeben, damit mein Sohn operiert werden kann", freut sich Idriz Musliu. Der elfjährige Fidan wird gerade von einer Krankenschwester zur OP-Vorbereitung abgeholt. Abgesehen von den schlechten medizinischen Bedingungen in

Rückblick: Im Juni 1999, also ungefähr ein halbes Jahr vor dem Ende des Kosovo-Kriegs, ereignete sich der schlimme Unfall, durch den Fidan sein rechtes Auge verlor. Der damals Dreijährige befand sich mit seiner Familie auf der Flucht vor einem Granatenangriff auf seine Heimatstadt Mitrovica im Norden des Kosovos. "Keiner weiß genau, ob Granatsplitter oder das dichte Gebüsch, durch das die Familie um ihr Leben rannte, die Verletzungen verursachten", erklärt Nuha Krasniqi, der Vater und Sohn als Dolmetscher begleitet.

Über 300 Menschen warten im Kosovo derzeit auf eine ärztliche Behandlung ihrer Augen - doch medizinisches Gerät und fähiges Personal fehlen im ehemaligen Kriegsgebiet. Für Fidan Musliu erfüllte sich gestern ein langgehegter Wunsch: Der schüchtern wirkende Junge wurde von Prof. Dr. Hans-Werner Meyer-Rüsenberg, Chefarzt der Augenklinik am St. Josefs Hospital, operiert.

Wolfgang Trester vom gleichnamigen Institut für Augenprothetik in Köln hatte dafür gesorgt, dass Fidan und vor ihm bereits weitere seiner Landsleute in Deutschland behandelt werden konnten. "Die Einzelschicksale im Kosovo sind sehr bedrückend", weiß Trester von seinen Reisen in das Krisengebiet.

"Es war sehr schwer, eine Klinik oder einen Arzt zu finden, der diese Operation kostengünstig übernehmen wollte. Die Klinikverwaltungen wollen Geld sehen. Da ist kaum noch Platz für humanitäre Hilfe", zeigte sich Trester begeistert, dass Meyer-Rüsenberg, ein bundesweit anerkannter Spezialist, sich kostenlos zur Verfügung stellte. "Patienten wie Fidan liegen mir am Herzen", erklärt der 57-Jährige, warum er unentgeltlich die Operation des Jungen übernommen hat.

"Gerade für Kinder und Jugendliche hat die kosmetische Wiederherstellung ihres entstellten Gesichts eine große Bedeutung. In ihrer Heimat werden sie oft von Gleichaltrigen ausgegrenzt", weiß Dolmetscher Krasniqi. Er hat Erfahrung mit jungen Patienten, viele begleitete er schon bei Behandlungen in Deutschland: Wie ausgewechselt und unglaublich lebensfroh habe er die jungen Patienten im Anschluss an das erste Einsetzen der Augenprothesen erlebt.

"Die OP ist besser als gedacht verlaufen", teilte Prof. Dr. Meyer-Rüsenberg gestern Nachmittag mit. Dem baldigen Einsetzen der Prothese steht damit nichts im Wege.

Von Nina Geske

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