Papierkörbe werden in Hagen durch Großcontainer ersetzt

Die Unterflurmülleimer werden in der Erde versenkt.
Die Unterflurmülleimer werden in der Erde versenkt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mit großvolumigen Unterflur-Mülleimern möchte der Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB) die Stadtsauberkeit rund um die Fußgängerzone deutlich verbessern.

Hagen.. Mit der flächendeckenden Einführung großvolumiger Unterflur-Mülleimer möchte der Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB) die Stadtsauberkeit rund um die Fußgängerzone deutlich verbessern. Das neue Abfallsystem soll zwischen Springe und Hauptbahnhof die vorhandenen 167 Papierkörbe ablösen.

Der Dreck auf den Straßen zählt nicht nur in den Bürgersprechstunden von Ober- und Bezirksbürgermeistern zu den Dauerthemen, sondern auch bei den HEB-internen Diskussionen. Obwohl die 45 Liter fassenden Metallbehältnisse in der Innenstadt bis zu fünfmal am Tag geleert werden, reicht die Kapazität nicht nur bei Großveranstaltungen häufig nicht aus, um sämtliche Abfälle zu schlucken. Zumal Pfandflaschen-Sammler, Vögel oder auch der Wind immer wieder dafür sorgen, dass Unrat auf den Straßen verteilt und verweht wird oder Restflüssigkeiten sich klebrig auf dem Pflaster ausbreiten.

167 Behältnisse fassen 1300 Liter

„Angesichts der außerordentlich guten Erfahrungen in den vergangenen fünf Jahren mit den Unterflursystemen in den Wohnsiedlungen wurde die Idee geboren, dies auch bei den Mülleimern im Straßenraum einzuführen“, erzählt HEB-Sprecherin Jacqueline Jagusch. Ein Test-Papierkorb an der Vorhaller Straße erbrachte ebenso positive Ergebnisse wie die Rücksprache mit anderen Kommunen, die ebenfalls mit solchen Systemen arbeiten.

Daher wird der HEB nach den Sommerferien innerhalb des Innenstadtrings flächendeckend mit einem Unterflursystem die Papierkörbe ersetzen. Dazu werden 1300 Liter fassende Behältnisse etwa 1,50 Meter tief im Boden versenkt und darauf eine Einwurfsäule montiert. Die feuerverzinkten Systeme gelten nicht nur als extrem robust, sondern auch als wartungsarm. „Zur Leerung wird die oberirdische Einfüllkonstruktion einfach umgeklappt, der Schlauch der Kehrmaschine in den unterirdischen Container eingeführt und der Unrat abgesaugt.“ Arbeitsaufwand lediglich einmal pro Woche: maximal zwei Minuten.

Die Einwurfsäule, deren Oberseite auch als Aschenbecher dient, ist extra so konstruiert, dass bloß kleinere Abfallmengen eingefüllt werden können. Selbst mutwillig inszenierte Schwelbrände können den unterirdischen Containern nichts anhaben: „Das beeindruckt weder das Behältnis noch uns“, fürchtet die HEB-Sprecherin auch keinerlei Silvester-Vandalismus.

Gerüche werden reduziert

In enger Zusammenarbeit mit dem städtischen Geoinformationsamt wurden die exakten Standorte des Unterflursystems bereits so eingemessen, dass die neue Technik weder mit den Leitungssystemen der Versorger noch mit den Rettungswegen der Feuerwehr oder den Buden-Platzierungen des Weihnachtsmarktes kollidiert. „Wir versprechen uns davon ein deutliches optisches Plus für das Erscheinungsbild der Innenstadt“, gibt Jagusch auch die positiven optischen Erfahrungen aus anderen Städten wieder. Ebenso würden lästige Gerüche deutlich reduziert. Das Investitionsvolumen in Höhe eines mittleren sechsstelligen Betrages soll sich bereits nach zwei Jahren amortisieren.