Palas-Restauration kostet 400 000 Euro

Hohenlimburg..  Schloss Hohenlimburg befindet sich auf dem Weg in ein neues Zeitalter. Die anstehenden Restaurationsarbeiten gleichen, laut Fürst Bentheim zu Tecklenburg-Rheda, einem „Quantensprung“. Mit der Übergabe eines Fördervertrags sicherte auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz eine Unterstützung in Höhe von 100 000 Euro zu.

Die Pläne für die Sanierungsarbeiten stehen. Architekt Frank Göcking gab gestern Einblicke. „Die Restaurationsmaßnahmen beziehen sich auf den Palas. Dabei werden Fenster, Böden, Türen und das Außenmauerwerk einbezogen“, so Göcking, der größten Wert auf die energetischen Verbesserungen legt.

Schloss ganzjährig nutzen

„Wir werden die Heizungsanlage des ehemaligen Schlossrestaurants nutzen, um von dort Leitungen zum Palas zu legen. Ziel ist, diesen gesamten Gebäudeteil zu beheizen, so dass wir die Feuchtigkeit aus den Wänden verdrängen und ganzjährig für ein angemessenes Klima sorgen können“, verriet der Architekt. „Wir haben die Möglichkeit, ganzjährig Veranstaltungen durchführen zu können. Und man könnte zudem Sonderausstellungen initiieren, um zum Beispiel Kunstwerke Hagener Museen in einem neuen Umfeld zu präsentieren“, gab Fürst Bentheim seine Ideen preis. Die künftige Temperierung der Ausstellungsräume soll vor allem die zahlreichen Exponate vor dem Verfall bewahren.

Bevor es jedoch soweit ist, muss einiges getan werden. Die Tragkonstruktionen der Böden sind aufgrund der eingedrungenen Feuchtigkeit zum Teil stark verfault. Folglich müssen die Böden herausgenommen werden. Die derzeit einglasigen Fenster werden durch eine Doppelverglasung mit historischem Glas ersetzt.

Ein noch nicht kalkulierbarer Kostenfaktor seien die zukünftigen Betriebskosten des Schlosses, die durch eine neue Heizungsanlage verursacht werden. „Das ist ein wichtiger Punkt. Bei einer ganzjährigen Nutzung könnten diese Kosten aber eventuell aufgefangen werden“, mutmaßte Fürst Bentheim.

„Die Arbeiten werden voraussichtlich mindestens sechs Monate in Anspruch nehmen. Darüber hinaus werden wir die Arbeiten so koordinieren, dass die Veranstaltungen, wie das Klavierfestival Ruhr (9. und 24. Juni, siehe dazu die Mantelseite Kultur) auf dem Schloss nicht gestört werden, weil es sich dabei um eine maßgebliche Einnahmequelle handelt“, so Göcking.

Stiftung Denkmalschutz im Boot

Fürst Bentheim freute sich darüber, die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz gewonnen zu haben.

„Wir haben die Bedeutsamkeit dieser Anlage erkannt. Wenn man solche Projekte in Angriff nimmt, kann man von einer gewissen Langfristigkeit der Unterstützung ausgehen“, verriet Rolf Klostermann, Ortskurator Sauerland der Stiftung Denkmalschutz, der damit andeutete, dass auch künftig Einzelprojekte Unterstützung erfahren könnten.

„Das ist für uns von enormer Bedeutung, weil wir auf diese Weise stetig an dem Schloss arbeiten können. Es ist insgesamt eine Menge zu tun, wobei die nun anstehenden Arbeiten von zentraler Bedeutung sind“, versicherte Fürst Bentheim.

„Wir haben eine detaillierte Bestandsaufnahme durchgeführt und festgestellt, dass die Kosten für eine Gesamtrestauration des Schlosses, in die Millionen geht. Die Arbeiten, die jetzt durchgeführt werden, haben ein Kostenvolumen von rund 400 000 Euro“, verriet der Fürst. Gezahlt wird dieser Betrag mit Stiftungsgeldern, Mitteln des Bundes sowie dem verbliebenen Geld des Fördervereins Schloss Hohenlimburg, der sich 2014 aufgelöst hat. Die fürstliche Kanzlei leistet zudem einen Eigenanteil. Aus eigener Tasche sollen auch Sanierungsarbeiten im ehemaligen Schlossrestaurant bezahlt werden. Dazu zähle eine neue Toilettenanlage.

Weil aktuell noch einige Ausschreibungen erfolgen müssen, erwarten die Verantwortlichen den Startschuss der Arbeiten nicht vor Mitte März.