Otto Pankok und der Respekt vor der Schöpfung

Otto Pankok: Jesus zerbricht das Gewehr
Otto Pankok: Jesus zerbricht das Gewehr
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Was wir bereits wissen
Unter der Überschrift „Die Passion“ sind bis zum 29. März ausgewählte Arbeiten von Otto Pankok in der Elseyer Kirche in Hagen-Hohenlimburg zu sehen.

Hagen.. Die Nationalsozialisten stuften seine Kunst als „entartet“ ein, und die Friedensbewegung heftete sich in den 70er Jahren seinen Holzschnitt „Jesus zerbricht das Gewehr“ plakativ auf ihre Fahnen: Otto Pankok (1893-1966) gehört fraglos zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der jüngeren Vergangenheit.

Unter der Überschrift „Die Passion“ werden jetzt bis zum 29. März ausgewählte Pankok-Arbeiten in der Elseyer Kirche in Hagen-Hohenlimburg ausgestellt. Zu verdanken ist die Schau den privaten Kontakten des Hohenlimburgers Klaus Lehmann, der gemeinsam mit Pfr. Achim Dreessen das Projekt organisiert hat.

Annette Burger, Leiterin des Otto-Pankok-Museums in Hünxe, aus dem alle Leihgaben stammen, betonte anlässlich der Ausstellungseröffnung am Donnerstagabend: „Das Bewahren der Menschlichkeit und Liebe sichert sich in Otto Pankoks Werk eine glaubhafte Entsprechung. Dies ist für ihn geradezu von einer elementaren Gültigkeit, die weit über seine eigene Zeit hinaus geht bis in unsere Tage.“

Allein zum Thema Passion hat Pankok mehr als 60 Motive realisiert; zumeist Kohlezeichnungen, Holz- und Linoschnitte, die in einer repräsentativen Auswahl in Hohenlimburg vorgestellt werden. Man habe sich tatsächlich aus dem Museum „die besten Stücke“ auswählen dürfen, zeigt sich Klaus Lehmann mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Durch zwei Weltkriege geprägt

Der durch zwei Weltkriege nachhaltig geprägte Pankok sah nach eigenen Worten in seiner Kunst „nicht nur die Schönheit, sondern vor allem die Wahrheit des menschlichen Lebens“. Für ihn war daher sein Schaffen nicht weniger als „ein Suchen nach dem Wesen des Seins“.

Natürlich bietet die biblische Passion eine beispielhafte Vorgabe, um den leidenden Menschen in den Mittelpunkt der Kunst zu stellen. Otto Pankok verbindet die eigenen biografischen Schlüsselerlebnisse mit eben diesen christlich-religiösen Themen. Kreuzesszenen, Trauer, nackte Angst und Ohnmacht werden von ihm in schwarz-weißer Eindeutigkeit dargestellt.

Dass nach dem Zweiten Weltkrieg Kunststudenten wie der spätere Literaturnobelpreisträger Günter Grass bei Prof. Pankok an der Düsseldorfer Akademie lernten, belegt nicht zuletzt die unbedingte Qualität dieses zutiefst humanistisch und pazifistisch ausgerichteten Künstlers.

Tausendfache Botschaften

Realistisch-expressiv ist Pankoks Ausdrucksweise in seinem Werk. Überkommen sind insgesamt mehr als 6000 Kohlezeichnungen, 1600 Holzschnitte und Radierungen sowie 500 Lithographien und Schnitte. Diese bemerkenswerte Menge verdichtet sich quasi in der einen großen Aussage, die sich als Respekt vor der Schöpfung im Angesicht Gottes interpretieren lässt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Pankoks Kunst immer wieder gerade in Kirchen ausgestellt wird, wie eben jetzt auch in Hohenlimburg.