Nur die erneuerbaren Energien sind die Zukunft

Solarfachmann Karl-Friedrich Winterhager an einer der Info-Tafeln des Solarlehrpfades vor dem evangelischen Gemeindehaus in Berchum. Auf dem Dach des Gebäudes sind Solarmodule angebracht, geheizt wird mit einer Holzpellet-Heizung.
Solarfachmann Karl-Friedrich Winterhager an einer der Info-Tafeln des Solarlehrpfades vor dem evangelischen Gemeindehaus in Berchum. Auf dem Dach des Gebäudes sind Solarmodule angebracht, geheizt wird mit einer Holzpellet-Heizung.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Karl-Friedrich Winterhager weiß genau, wo es lang geht. „Nur die erneuerbaren Energien sind die Zukunft!“, sagt er kurz nach der Begrüßung.

Berchum..  Karl-Friedrich Winterhager weiß genau, wo es lang geht. „Nur die erneuerbaren Energien sind die Zukunft!“, sagt er kurz nach der Begrüßung.

Wir sind unterwegs auf dem Solarlehrpfad in Berchum. Karl-Friedrich Winterhager (71) führt mich auf dem informativen Rundweg, der sich durch seinen Wohnort schlängelt. Winterhager ist Mitglied der Berchumer Initiative für Solare Energien, kurz „Binse“, die seit 2002 besteht.

Die „Binse“-Mitglieder wollen die Nutzungsmöglichkeiten der Sonnenenergie ins öffentliche Bewusstsein rücken, der Solarlehrpfad ist eines ihrer Projekte.

Sachkundiger Begleiter

Am Berchumer Kirchplatz habe ich meinen sachkundigen Begleiter getroffen. Dort beginnt der Solarlehrpfad mit der ersten von mittlerweile insgesamt zehn Tafeln, die über die Sonne und ihre einflussreiche Kraft berichten. Während sich gerade jetzt die Sonne – Grundlage allen Lebens, wie es mir die erste Tafel erklärt – hinter ein paar grauen Wolken versteckt, ist Solarfachmann Winterhager bester Laune. „Mit den Tafeln zeigen wir, was die Sonne kann und wie der Mensch ihre Kraft nachhaltig nutzt“, sagt Winterhager. „Wir leisten damit einen Beitrag, um unseren Enkelkindern eine intakte Umwelt zu hinterlassen, in der auch noch sie und ihre Enkelkinder zufrieden leben können.“

Während des Rundgangs erfahre ich, dass die Sonne nicht nur täglich fünfzehntausend Mal mehr Energie zur Erde schickt, als die Menschheit verbraucht, sondern auch, dass die Sonne großen Einfluss auf Wind und Wetter hat. Das war mir neu, da habe ich in Physik (oder war es Erdkunde?) wohl nicht aufgepasst. „Die Sonne macht den Regen“ lautet der Tafel-Titel. „Zu diesem vermeintlichen Widerspruch haben wir schon manch unterhaltsame Rückmeldung bekommen“, sagt Winterhager.

Mehrmals im Jahr führen er und weitere „Binse“-Mitglieder Gruppen den Solarlehrpfad entlang, andere Interessierte erkunden die Tafeln allein. Und auch für Geocacher ist der Solarlehrpfad mit dem GPS-Gerät zu entdecken. Unterwegs erzählt mein Begleiter über die Berchumer und ihre Bestrebungen, die Umwelt ein bisschen grüner zu machen.

Photovoltaikanlagen

Im Ortsbild ist dies deutlich sichtbar: Auf etlichen Dächern sind Photovoltaikanlagen installiert, um Strom zu erzeugen, und Sonnenkollektoren, um Brauchwasser zu erhitzen. In manch einem der gepflegten Vorgärten kann ich Wärmepumpen entdecken.

Auch ein Passiv-Haus gibt es in Berchum. Die Infos dazu, wie das alles funktioniert, liefern die Tafeln des Solarlehrpfads. Doch nicht nur damit kann das „Solardorf Berchum“ in seiner Umweltstatistik punkten.

„Einige Berchumer heizen nicht mehr mit Öl, sondern mit Holzpellets“, erklärt mir Karl-Friedrich Winterhager am evangelischen Gemeindehaus, vor dem wir nun stehen. Auch dort wurde vor einigen Jahren die Ölheizung durch eine Pellet-Anlage ersetzt, auch dafür hat sich „Binse“ eingesetzt.

Viele Schadstoffe

Im nun umweltfreundlich beheizten Gemeindehaus hält die Initiative des Öfteren Vorträge über regenerative Energien. „Öl und Kohle müssen durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Denn bei der Verbrennung werden so viele Schadstoffe freigesetzt“, sagt Karl-Friedrich Winterhager. Auch die kleinsten Berchumer lernen schon, dass die Sonne ihnen Energie liefert: An einer liebevoll gestalteten Tafel im Eingangsbereich der Grundschule Berchum-Garenfeld können die Schüler ablesen, wie viel Energie ihre Solar-Markise über den Fenstern der Klassenzimmer liefert.

Lehrreicher Rundgang

Nach dem lehrreichen und kurzweiligen Rundgang entlang des Solarlehrpfades ist nur noch eine Frage unbeantwortet: Wann wird Berchum gänzlich energieautark und unabhängig von Öl und Kohle? Karl-Friedrich Winterhager schmunzelt bei dieser Frage. „Berchum hat auf einigen Dächern noch Platz für weitere Solaranlagen, da steckt noch viel Potenzial drin. Aber um gänzlich energieunabhängig zu werden, dafür bräuchten wir dann doch auch noch ein paar Windkrafträder!“