Neuordnung in Hagen: Kulturresort von Huyeng zu Kaufmann

Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
„Kabinettsumbildung“ in Hagen: Oberbürgermeister Erik O. Schulz lässt unter anderem die Zuständigkeit für Kultur von Thomas Huyeng zu Margarita Kaufmann wandern.

Hagen.. Mit einer Neuordnung der Dezernatszuständigkeiten möchte Oberbürgermeister Erik O. Schulz die Arbeit der Hagener Stadtverwaltung effizienter gestalten. Den Spitzen der Ratsfraktionen sowie dem städtischen Gesamtpersonalrat hat der Verwaltungschefs sein neues Aufgaben-Tableau für die Ressortchefs Christoph Gerbersmann, Margarita Kaufmann, Thomas Huyeng und Thomas Grothe vorgelegt und erörtert, das zum 1. Mai dieses Jahres in Kraft treten soll.

Umweltressort zu Huyeng

Als wesentliche Änderungen wechselt die Verantwortung für den Fachbereich Kultur, der in den vergangnen Jahren in syeppchneller Folge wie ein ungeliebter Wanderpokal durch diverse Beigeordneten-Hände der Stadtverwaltung glitt, sowie die Theater Hagen gGmbH aus dem Tätigkeitsfeld von Huyeng zu Kaufmann. Im Gegenzug gibt die einzige Frau im Schulz-Kabinett die Zuständigkeit für die Umweltverwaltung in den Vorstandsbereich 4 von Huyeng ab. Damit entsteht im Ressort von Frau Kaufmann ein klassischer Aufgabenmix aus Jugend, Soziales, Bildung und Kultur.

„Dadurch werden Themenfelder mit reichlich Schnittstellen in einer Hand gebündelt“, erinnert Schulz daran, dass der Kulturbereich ja nicht bloß Theater, Museen und freie Träger umfasse, sondern auch bildungsnahe Felder wie Musik- und Volkshochschule sowie Büchereien.

Sport zu Grothe

Damit wird gleichzeitig einer Hagener Spezifität ein Ende gesetzt, die es sonst bloß in einer weiteren bundesdeutschen Stadt gibt: die Bündelung der Ordnungs- und Sicherheitsdienste zusammen mit der Kultur unter einem Dach: „Hier bildet das Umweltamt als Sonderordnungsbehörde jetzt den natürlichen Partner zur klassischen Eingriffs- und Ordnungsverwaltung“, betont Schulz.

Darüber hinaus gibt Frau Kaufmann, die künftig die aktuell besonders brisanten Themen wie Schulentwicklungsplanung, Zukunft von Stadttheater und Kunstquartier sowie Flüchtlings- und Zuwanderungsproblematik in ihrem Vorstandsbereich 3 bündelt, die Verantwortung für den Sportbereich an den Technischen Beigeordneten Thomas Grothe ab. Der Oberbürgermeister verweist auch hier auf die rein sachliche Sinnhaftigkeit dieser Entscheidung: Die Debatten der vergangenen Monate hätten gezeigt, dass die Sportdiskussionen der Politik sich vorzugsweise um Themen wie Planung, Ausstattung und Investitionen rund um Sportstätten gedreht hätten. Somit seinen kurze Wege zur Planungsverwaltung und Gebäudewirtschaft äußerst nützlich. Außerdem übernimmt Kämmerer Gerbersmann von Frau Kaufmann den Vorsitz im Verwaltungsrat des Wirtschaftsbetriebes (WBH). So war es bei der Gründung der Anstalt öffentlichen Rechts ursprünglich vorgesehen.

Stadtkanzlei beim Oberbürgermeister

Schulz selbst bündelt seinen Verantwortungsbereich – mal abgesehen von seinem engsten Stab im Büro des Oberbürgermeisters – künftig in einer so genannten Stadtkanzlei. Hier konzentrieren sich sämtliche Aufgaben rund um Bürger- und Gremienbetreuung einschließlich der Bezirksvertretungen, Wahlen, Stadtforschung, Repräsentationsaufgaben und des Beteiligungscontrolling. Aber auch in Kulturfragen möchte der Verwaltungschef weiterhin aktiv Position beziehen.

Sämtliche Veränderungen seien mit den Vorstandskollegen endabgestimmt. „Ich habe dabei kein Zähneknirschen wahrgenommen“, spricht Schulz von „uneingeschränktem Einverständnis“. Nach knapp zwei Jahren im Amt habe er es aufgrund der gemachten Erfahrungen für sachlich geboten erachtet, eine Neuorganisation vorzunehmen, „die den Stärken der Kollegen entspricht“. „Ich halte es für durchaus nicht ungewöhnlich, eine Organisationsoptimierung vorzunehmen, ohne dass Leute in Fettnäpfchen treten oder es Kritik von außen gibt.“ All diese Schritte seien rein sachlich begründet. „Aus meiner Sicht gibt es keine Verlierer.“

Dass die Neuordnung der Ressorts erst zum 1. Mai erfolgt, ist den schleppenden Haushaltsplanberatungen geschuldet. Hier sollen die Dezernenten die Budgets für die Jahre 2016/17 im Diskurs mit der Politik noch aus der Erfahrung der vergangenen Jahre erörtern.