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Philharmonie Hagen

Neues Jahr startet im Dreivierteltakt

03.01.2010 | 14:28 Uhr

Wer den Start ins neue Jahr schwungvoll begehen möchte, ist beim Neujahrskonzert der Hagener Philharmoniker traditionell gut aufgehoben. Auch in diesem Jahr wurden die Erwartungen der Zuschauer nicht enttäuscht.

In der ausverkauften Stadthalle führte Generalmusikdirektor Florian Ludwig an einem unterhaltsamen Abend musikalisch von Wien nach Paris. Klar, dass sich hierbei vieles im Dreivierteltakt abspielte: Franz von Suppés Ouvertüre aus „Die schöne Gallathee” eröffnete den Abend dynamisch bevor der „Paris-Walzer” von Johann Strauss Vater mit der als Walzer gespielten Melodie der Marseillaise hielt, was GMD Ludwig zu Beginn versprochen hatte: Bekannte Melodien in noch nie gehörter Form.

Doch nicht nur Walzer stand auf dem Programm: Kein Zufall war die Auswahl der „Orpheus-Quadrille” vom jüngeren Strauss, machten dessen Interpretationen von Jacques Offenbachs Operetten-Themen doch Lust auf die momentan laufende Inszenierung von „Orpheus in der Unterwelt” am Theater Hagen.

Über die Entstehungsgeschichte der ebenfalls von Strauss komponierten „Figaro-Polka” berichtete Florian Ludwig ebenso unterhaltsam wie über die von Strauss und Offenbach als konkurrierende Auftragsarbeiten verfassten „Morgenblätter” bzw. „Abendblätter”. Wie einst das Premierenpublikum durften die Hagener Zuschauer per Klatschprobe ihren Favoriten bestimmen und entschieden knapp zu Offenbachs Gunsten.

Nach der Pause dann ein Programm, das sich nicht auf den üblichen Walzer beschränkte: Offenbachs über wunderschönes Streichervibrato gespielte Barcarole entpuppte sich als „Rheinnixen-Ouvertüre” und die Spielfreude der Philharmoniker verlieh selbst Charles Gounods als Titelmelodie von „Alfred Hitchcock presents” bekanntem „Trauermarsch für eine Marionette” eine erstaunliche Leichtfüßigkeit.

Die abwechslungsreiche „L'Arlesienne-Suite” von George Bizet schließlich verlieh dem beschwingten Abend auch manche verhaltenere Note - besonders schön waren Flöte und Harfe im Menuett - bevor sie in der wilden Farandole dann doch wieder Schwung für das neue Jahr gab.

Ein gut aufgelegter Florian Ludwig wusste, was in der Zugabe von den Philharmonikern erwartet wurde: Nach der „schönen blauen Donau” wartete beim ebenfalls obligatorischen Radetzkymarsch allerdings doch noch eine Überraschung: Oberbürgermeister Jörg Dehm übernahm Florian Ludwigs Dirigentenstab und durfte sich schon einmal daran probieren „an der richtigen Stelle zu sparen”, wie Ludwig augenzwinkernd erklärte. Schlagfertige Antwort Dehms: „Im Rat der Stadt ist das Ergebnis selten so harmonisch wie hier auf der Bühne.”

Sparsam waren die Zuschauer weder beim Applaus noch bei der traditionellen Spendensammlung: So bereiten insgesamt 4 600 Euro der Hagener Kindertafel einen gelungenen Start ins neue Jahr.

Jana Fischer

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