Neuer Verein soll mehr Ehrenamtliche für Betreuung gewinnen

Breckerfeld..  Auch für Breckerfeld sucht der Ennepe-Ruhr-Kreis mehr ehrenamtliche Betreuer für Menschen, die aufgrund von Krankheit oder eines Unfalls eine gesetzliche Betreuung in Anspruch nehmen müssen. Um mehr Ehrenamtliche auf eine Betreuungsarbeit vorbereiten zu können, soll für den südlichen EN-Kreis ein „Betreuungsverein“gegründet werden. In Witten gibt es bereits einen Betreuungsverein der Caritas. Für das übrige Kreisgebiet ist nach Aussagen des Kreises die AWO bereit, einen Betreuungsverein ab Jahresmitte zu gründen. Er soll zwei frühere Vereine ersetzen, die im Jahr 2004 ihre Arbeit wegen fehlender Finanzen einstellten.

Im EN-Kreis, so listet der Fachbereich Soziales und Gesundheit in einer Vorlage an den Fachausschuss für Soziales, Gesundheit und Inklusion auf, gab es Ende 2014 3698 Betreuungen (ohne Witten, die Stadt regelt Betreuungsfragen in Eigenregie). Die Betreuungen wurden zu 42 Prozent von Berufsbetreuern und zu 58 Prozent von Ehrenamtlichen oder Familienangehörigen erbracht.

Die Amtsgerichte, die für die Einsetzung von Betreuern zuständig sind, haben den Wunsch geäußert, dass zukünftig mehr Ehrenamtliche Betreuungen übernehmen. Die Gründe: Die Vergütungen für Ehrenamtliche lägen deutlich unter den Aufwandsentschädigungen der Berufsbetreuer. Und durch den Einsatz der Ehrenamtler könne die Justizkasse „geschont“ werden. Die Kreisverwaltung bringt aber zusätzlich einen weiteren, für die Betroffenen wichtigen Grund für den Einsatz der Ehrenamtler ins Gespräch: Die Einkommens-und Vermögenswerte der zu betreuenden Personen werden dadurch in geringerem Maß in Anspruch genommen. Diese müssen die Unkosten der Betreuung aus eigenen Mitteln decken.

30 000 Euro Anschubfinanzierung

Der neue Verein, der jetzt von der Kreisverwaltung angeregt wird, soll sich wie das Pendant der Caritas in Witten aus Mitteln der Justiz, des Landes, des Kreises und des Trägers AWO finanzieren. Als Anschubfinanzierung nennt die Vorlage 30 000 Euro aus Kreismitteln. Eine Entscheidung über das Projekt soll nach dem Vorschlag der Verwaltung bei der Etatberatung 2016 erfolgen.