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Neuer Probenraum an der Stadthalle

04.05.2010 | 17:00 Uhr
Neuer Probenraum an der Stadthalle

Hagen. Noch ist es dunkel und kalt im neuen Hagener Konzertsaal. Die Handwerker sind fleißig mit dem Innenausbau beschäftigt, und wie es sich für eine richtige Baustelle gehört, dudelt irgendwo ein Kofferradio. Auffällig nur: die Musik aus dem kleinen Gerät erfüllt problemlos den riesigen Saal.

„Wir haben die akustischen Vorgaben fast zu 90 Prozent erfüllt. Noch wird gewerkelt, aber die perforierten Trapezbleche und die Falzwände zeigen bereits ihre Wirkung”, ist Stadthallenchef Elmar Josten schon jetzt stolz auf seinen neuen Proben- und Veranstaltungssaal für das Hagener Philharmonische Orchester. Wo einst die Bowlingfreunde ins Schwitzen kamen, sollen in Zukunft die Freunde der klassischen Orchestermusik ins Schwärmen geraten. Denn wo jetzt noch Rock und Pop aus dem Kofferradio die Arbeitsmoral der Handwerker beschwingt, werden sich ab der zweiten Juniwoche Oboe, Fagott, Flügel, Geigen, Cello und Schlagwerk unter der Leitung von Generalmusikdirektor Florian Ludwig ein Stelldichein geben. Das Orchester hat den Saal für rund 120 Tage im Jahr für Proben und Konzerte fest angemietet, die Stadthalle kann den Raum in der freien Zeit für Veranstaltungen und Seminare nutzen.

„Wir können sowohl Podeste für das Orchester stellen als auch Bühnenelemente. Auch ist die entsprechende Technik für Seminare vorhanden. Für Chöre gibt es eine Empore. So finden in dem neuen Saal je nach Bedarf bis zu 300 Gäste Platz”, beschreibt Hausherr Josten die Flexibilität. Abgerundet wird das neue Stadthallenangebot durch ein eigenes Foyer mit einer kleinen Gastronomie und Garderobe.

„Hier wird der ehemalige Eingangsbereich der Bowlingbahn genutzt. Mit der Umgestaltung und der Aufstockung haben wir für rund 570 000 Euro 4 000 Kubikmeter umbauten Raum erstellt. Diese Größenordnung ist für ein Orchester maßgeblich”, so Josten. Dass der neue Anbau nicht für flache Töne sondern für einen voluminösen Klangkörper geschaffen wurde, wird auch aus der Außenansicht deutlich. Wie ein riesiges Tortenstück erhebt sich der Stahlaufbau bis zu einer Höhe von zehn Metern über dem ehemaligen Gebäudetrakt. Neben Fluchttüren wurde darunter auch eine Anlieferungsrampe installiert. Hier können bequem die schwereren Instrumente vom Lkw direkt in den Probenraum gerollt werden.

„Luxus”, so betont Josten, „haben wir uns nicht geleistet. Der Raum sei pragmatisch und effizient und bereichere das Angebot der Stadthalle. Am 7. Juli soll Einweihung gefeiert werden. Dann spielt das Hagener Orchester erstmals vor Publikum im neuen Tortenstück - natürlich nur „erste Sahne”...

Andreas Reitmajer

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