Neuer Intercity 34 der Bahn soll nicht in Hagen halten

Der Hauptbahnhof Hagen soll vom IC34-Verkehr abgekoppelt werden.
Der Hauptbahnhof Hagen soll vom IC34-Verkehr abgekoppelt werden.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
  • Nach Plänen von Bahn und Nahverkehrsverband NWL fährt der neue IC 34 an Hagen vorbei
  • Dafür bindet er die Lennestädte an den Fernverkehr an
  • Alternative wäre: Fünf bis sechs andere Halte im Lennetal entfielen
  • Nach Plänen von NWL fährt der neue IC 34 an Hagen vorbei
  • Dafür bindet er die Lennestädte an den Fernverkehr an
  • Alternative wäre: Fünf bis sechs andere Halte im Lennetal entfielen

Hagen.. Noch ist nichts fest, nichts unterschrieben. Von Dezember 2019 an soll ein neuer Intercity, der IC 34, von Münster über Siegen nach Frankfurt fahren. Und dabei auch die Städte im Lennetal an das Fernverkehrsnetz anbinden. Die Gespräche und Planungen dazu sind nach unseren Informationen bereits weit fortgeschritten. Sie sehen vor, dass der neue Intercity Hagen nicht anfährt. Anders etwa als der früher auf dieser Relation verkehrende Interregio.

Intercity ersetzt den Regionalexpress

Für Pro Bahn sind die Pläne nachvollziehbar. Der Halt in Hagen bedeute zehn Minuten mehr Fahrzeit, weil die Intercitys jeweils in Hagen wenden müssten, weiß Lothar Ebbers, Sprecher des NRW-Landesverbandes. Zehn Minuten, das wären „fünf bis sechs Halte“. Halte etwa in Lennestadt, Finnentrop oder Werdohl. Der neue Intercity soll in das Nahverkehrsangebot eingebunden werden und alle zwei Stunden den Regionalexpress RE16 ersetzen.

Fielen fünf Haltestellen weg, entstünden „zu viele Lücken“, sagt Ebbers. Wer nach Hagen wolle, könne in Letmathe problemlos umsteigen. Dieser Nachteil wird aus Sicht von Ebbers mehr als ausgeglichen. Schließlich bekommen nicht nur die Städte entlang der Ruhr-Sieg-Strecke die Anbindung an das Fernverkehrsnetz, es gebe auch endlich eine Direktverbindung nach Dortmund und Münster.

Bahn Christian Strähler, Pro-Bahn-Mann aus Hagen, fürchtet hingegen, dass Hagen immer mehr abgekoppelt wird. Er hat mit zwei weiteren Bahn-Aktivisten Stadt und Südwestfälische Industrie- und Handelskammer bereits im Dezember auf das Thema aufmerksam gemacht. Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz schreibt deshalb demnächst einen Brief an die Deutsche Bahn . Tenor: Hagen habe natürlich großes Interesse an der neuen Fernverkehrsverbindung.

Nahverkehrstickets sind gültig

Nur kommt das Schreiben möglicherweise zu spät. In den Gesprächen zwischen Bahn und dem Nahverkehrsverband NWL (in dem die Lennestädte, Kreuztal und Siegen, aber nicht Hagen indirekt Mitglied sind) geht es vor allem noch darum, wie der neue Intercity in den Nahverkehr eingebunden werden kann. Fahrscheine des Nahverkehrs bis hin zum Semesterticket sollen anerkannt werden. Knackpunkte: Was muss der NWL der Bahn dafür bezahlen – und wie gestaltet man eine solche Zahlung so, dass sie EU-beihilferechtlich zulässig ist? Denn Nahverkehrsleistungen müssen ausgeschrieben werden. Um Hagen geht es nicht mehr.