Neue Wildschwein-Rotten verwüsten das Grünland
26.03.2009 | 17:48 Uhr 2009-03-26T17:48:00+0100
In den meisten Bereichen der ländlichen Umgebung der Hansestadt haben die intensiven Jagden auf das Schwarzwild in den vergangenen Monaten Wirkung gezeigt.
Jetzt allerdings melden die Landwirte neue schwere Verwüstungen durch Wildschweine in den Randgebieten zum Hagener Stadtwald und den Wäldern des Ruhrverbandes an den Talsperren von Ennepe und Heilenbecke.
Im Bereich Möcking/Kötting sind die Grünlandschäden besonders gravierend. Landwirt Dieter Peyinghaus in Möcking: „Nacht für Nacht kommen Rotten mit einer Stärke von bis zu 20 Tieren und wühlen in meinem Dauergrünland nach Würmern und Maden.” Der Schaden sei deshalb so groß, weil die Tiere flächendeckend die Grasnarbe nicht in Quadratmeter-, sondern in Hektargröße zerstören.
Auf seinem Hof hält Dieter Peyinghaus selbst Pferde und hat Grünlandflächen an einen Nachbarn für dessen Rinder zur Futtergewinnung verpachtet. „Wir müssen die Flächen mit hohen Kosten neu einsäen”, beklagt der Landwirt. Jeder Fachmann wisse aber: „Neusaaten bei Grünland sind im ersten Jahr problematisch bei der Nutzung.” Bei der Beweidung fehle die feste, alte Grasnarbe. Trittschäden und Furchen beim Befahren seien vorprogrammiert. Hinzu komme das fehlende Futter in den ersten Monaten, wenn die Neusaat anwachse.
Den Jägern in Zurstraße bescheinigt Dieter Peyinghaus: „Die haben im laufenden Jagdjahr in der unmittelbaren Umgebung bereits fast 50 Tiere erlegt.” Das Probleme komme aus den Hagener Wäldern. Im Westen der Stadt zeigen sich die selben Folgen. Georg Grammel, Vorsitzender der Breckerfelder Jagdgenossenschaft: „Auch bei uns haben die heimischen Jäger mit Unterstützung der Hegeringleitung ihre Arbeit gut gemacht.” Leider kämen aber jetzt Nacht für Nacht die Sauern aus ihren Rückzugsgebieten im Bereich der Talesperren in die Breckerfelder Grünlandflächen.
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Die Landwirte können sich bei den Jägern für ihre umgepflügten Äcker bedanken - nicht wiel die Jäger zuwenig abgeschossen haben, sondern weil allein die Jagd an diesen Zuständen schuld ist. Das hat folgenden Grund: Die Leitbache regelt in einem intakten Sozialgefüge die Geburtenrate. Der Nachwuchs hält sich in Grenzen. Nun erschießt der Jäger die Leitbache und das Sozialgefüge ist damit zerschossen. Der Jäger hat die natürliche Geburtenregelung außer Kraft gesetzt. Jedes weilbliche Tier bekommt nun Junge. Dadurch erhöht sich die Zahl der Nachkommenschaft auf das zehn- bis zwanzigfache. Das ist ja schon seit vielen Jahren zu beobachten, je mehr gejagt wird, um so schlimmer wird das Problem. Nähere Informationen können bei www.natur-ohne-jagd.de eingesehen werden.