Nach sieben Etappen endlich Sonne, Strand und Meer

Die Radsportabteilung von ATS Nahmer überquerte die Alpen auf dem Rennrad
Die Radsportabteilung von ATS Nahmer überquerte die Alpen auf dem Rennrad
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
Die Radsportabteilung von ATS Nahmer überquerte auf dem Rennrad die Alpen. Ziel war Nizza am Mittelmeer. Die Radsportler bewältigten dabei mehr als 15000 Höhenmeter.

Hohenlimburg..  Manche Erlebnisse bleiben ein Leben lang in Erinnerung. Der Alpencross der 23 Radsportler von ATS Nahmer zählt sicherlich hierzu. Am 21. Juni ging es los. In zwei Gruppen lauteten die ehrgeizigen Ziele 750 und 630 Kilometer, bzw 15000 und 1150 Höhenmeter und die Ankunft in Nizza.

Nach entspannter Anreise im Intercity erreichten die Hohenlimburger ihren Startort Lausanne am Genfer See.

Die erste Tagesetappe führte entlang des Genfer Sees nach Martigny im Rhone Tal. Auf der 80 km langen Etappe konnten die Hohenlimburger rechts den wunderschönen See und links die malerischen Weinberge bestaunen. Die erste Rast wurde an der Promenade des mondänen Badeortes Montreux eingelegt. Von hier waren dann die letzten Kilometer zum Etappenort ein Kinderspiel.

Nach dem ruhigen Anreisetag ging es am zweiten Tag über den großen St. Bernhard (2.469m) ins italienische Aosta Tal. Täglich nahmen die ATS-Radsportler die Etappen in zwei Gruppen in Angriff: Eine Gruppe 1 mit den besonders starken Bergfahrern und eine Gruppe 2 mit den normal trainierten Fahrern.

Sportlicher Ehrgeiz

Die Hohenlimburger hatten das so gut organisiert, dass sich die beiden Gruppen an bestimmten Treffpunkten meist trafen und man gemeinsam bei Kaffee und Kuchen die wunderschöne Bergwelt bestaunen konnten. „Unterwegs gab es allerdings nur Riegel und Gel. Butterbrote hab ich auch nicht herunterbekommen“, erklärte Abteilungsleiter Klaus Even.

Selbstverständlich kam der sportliche Ehrgeiz nicht zu kurz. Die Pässe wurden ausgefahren. Als stärkster Fahrer der Gruppe 1 kristallisierte sich Michael Trapp heraus. Der „Bergfloh“ der Gruppe 2 war der älteste Teilnehmer Günther Gerber. Alle Fahrer wurden oben bereits vom Besenwagenfahrer Jürgen Wollenweber erwartet. Die nachfolgenden Sportler wurden von den bereits Anwesenden beklatscht.

„Jede Passankunft ist ein besonderes Erlebnis und man kann stolz darauf sein, die große Anstrengung gemeistert zu haben“, betonte Even. Auf das obligatorische „Passfoto“ auf der Höhe folgte zur Belohnung stets die rauschende Abfahrt. Hier erreichten die Rennradfahrer gelegentlich Geschwindigkeiten von über 80 km/h. Aber die Abgründe, häufig ohne Leitplanken, mahnten natürlich zur Vorsicht.

Am dritten Etappentag fuhren die Hohenlimburger aus dem Aosta Tal zuerst direkt auf den Mont Blanc zu. Über den Cole San Carlo und den kleinen St. Bernhard Pass (2.188 m) ging es rüber nach Frankreich in den Wintersportort Val d´Isere auf 1.840 m.

Der vierte Tag, war als Ruhetag geplant, bevor es an den weiteren Tagen auf die ganz großen Klassiker der Tour de France weitergehen sollte. Was Radsportler als Ruhetag bezeichnen, sieht anders aus, als es sich anhört. Selbst die Gruppe 2-Fahrer mussten 1235 Höhenmeter und 89 km bewältigen. Die Hohenlimburger fuhren am Ruhetag von Val d´Isere aus auf den höchsten Alpenpass (2764m), den Col d´Isere. Aber auch diese Herausforderung haben alle geschafft.

Am nächsten Morgen wurde die fünfte Etappe früh gestartet, denn es sollte vom Tal aus über den Tour de France-Klassiker Col du Galibier (2.636 m) gehen. Die Strassenkehren waren mit den Namen der großen Toursieger bemalt (Pantani, Ulrich, Amstrong etc.).

Siebte Etappe nach Nizza

Wer der Meinung war, dass nach dem Galibier keine weitere Steigerung mehr kommen kann, der wurde auf der sechsten Etappe von der alten Festungsstadt Mount Dauphin nach St. Etienne vor eine noch größere Aufgabe gestellt. Das Organisationsteam um Carsten Schäfer hatte sich mit dem Col de La Bonette noch das schwerste Schmankerl vorenthalten. Zuerst wurde der Col de Vars (2.071 m) genommen und nach rasanter Abfahrt ging es auf den Col de La Bonette (2.715 m).

Die siebte Etappe führte schließlich nach Nizza: 35 Grad, Cote d´Azur, Strandpromenade, blaues Meer. Einige Sportler stürzten sich vor Freude gleich hinein.