Nach Rekordverlust – Vossloh-Konzern stellt sich neu auf

Vossloh richtet sich nach hohen Verlusten in 2014 neu aus.
Vossloh richtet sich nach hohen Verlusten in 2014 neu aus.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der Spezialist für Verkehrstechnik aus Werdohl verzeichnet für 2014 einen Rekordverlust. Nun werden Standorte in Kiel und Düsseldorf verkauft.

Hagen/Werdohl.. Der weltweit tätige Werdohler Verkehrstechnik-Konzern Vossloh sieht sich bei der Neuaufstellung trotz eines Rekordverlustes von 206 Millionen Euro im vergangenen Jahr und wohl ausfallender Dividendenzahlung auf gutem Weg und will verlustbringende Sparten abstoßen.

Bahntechnik-Konzern Dies betrifft das Geschäftsfeld Transportation mit den Standorten Düsseldorf (Electrical Systems) und Kiel (Lokomotivenbau) mit 2100 von insgesamt 5700 Mitarbeitern. Der Standort Werdohl ist offenbar nicht betroffen. Zudem hat Großaktionär und Aufsichtsratschef Heinz Hermann Thiele (Knorr Bremse) über seine KB Holding ein Übernahmeangebot vorgelegt. Ihm gehören inzwischen knapp über 30 Prozent an Vossloh - die Familie Vossloh hält die Anteilsmehrheit. Ursache für den Fehlbetrag sind offenbar zu optimistische Geschäftseinschätzungen sowie Neubewertungen.

Hohe Verlustbringer

Zum Übernahmeangebot von Großaktionär Thiele äußerte sich Vossloh-Vorstandschef Hans Schabert bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt zurückhaltend. „Wir begrüßen den Schritt des langfristigen Investors, aber der angebotene Preis ist nicht angemessen“, sagte der Vorstandschef, betonte aber: „Wir arbeiten mit exzellent mit Thiele zusammen“. Das Verhältnis zwischen Vorstand und Aufsichtsrat sei nicht belastet.

Das Unternehmen hatte 2014 wohl auf Druck Thieles die Geschäftsführung ausgetauscht und einen „Transformationsprozess“ begonnen. „Wir haben beim Verkauf keine Eile“, betonte Schabert und bezeichnete beide Standorte als „hohe Verlustbringer“. Zielzeitpunkt sei das Jahr 2017. Erste Sondierungsgespräche seien bereits geführt worden. Dabei sei es um Grundsätzliches gegangen. „Viele meinen, jetzt besonders günstig kaufen zu können“, ergänzte Schabert. Der Geschäftsbereich Transportation umfasst Lokomotiven, Nahverkehrsbahnen und elektrische Komponenten.

Preis „nicht angemessen“

Nach Schaberts Worten hat der Restrukturierungs- und Neuausrichtungsprozess im vergangenen Jahr erhebliche Anpassungen an die Prognosen notwendig gemacht. Der Umsatz stieg um 1,8 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro - erwartet worden waren bis zu drei Prozent Umsatzplus. Den deutlichen Rückgang beim Auftragseingang auf 1,36 Milliarden Euro führte der Vorstandschef auf den Wegfall eines Großauftrages im Volumen von 250 Millionen Euro zurück.

Wirtschaft Im Zentrum der Geschäftstätigkeit von Vossloh sollen künftig Produkte und Dienstleistungen für die Bahn-Infrastruktur stehen - „wir werden uns auf margenstarke Geschäfte konzentrieren“, versicherte Schabert. Die Vossloh AG, unter deren Dach die Geschäftstätigkeit im Konzern weiterhin gebündelt ist, fungiert seit Mitte 2014 nicht mehr als reine Management- und Finanzholding, sondern nimmt direkten operativen Einfluss, wie der Vorstandschef erläuterte.

Umsatz soll stärker wachsen

Wichtig ist jetzt seinen Worten zufolge die Umsetzung umfangreicher Programme zur Ergebnisverbesserung: „Ich bin guter Dinge, dass wir uns nach vorn entwickeln.“ 2015 soll der Umsatz um drei bis vier Prozent wachsen.