Nach 37 Jahren droht dem Weltladen das Aus

Heidi Vieler (74,Mitte), Mitbegründerin des Eine-Welt-Ladens in Hohenlimburg, denkt über eine Schließung nach.
Heidi Vieler (74,Mitte), Mitbegründerin des Eine-Welt-Ladens in Hohenlimburg, denkt über eine Schließung nach.
Foto: Christian Rasche

Hohenlimburg..  Der Leerstand der Geschäftslokale in der Hohenlimburger Innenstadt nimmt dramatische Züge an. Jetzt drohen weitere vier weitere Geschäfte hinzuzukommen. So auch der Weltladen an der Freiheitstraße neben der reformierten Kirche. Das schmeckt insbesondere den engagierten Mitarbeitern bitter.

Allen voran Heidi Vieler (74). Sie setzt sich seit Jahrzehnten für den Verkauf von fair gehandelten Produkten in Hohenlimburg ein. Sie war Mitbegründerin der „ökumenisch-diakonischen Aktionsgemeinschaft Eine-Welt e.V.“, die vor 37 Jahren den „Eine-Welt-Laden“ in Hohenlimburg etablierte.

Zum Jahresende droht nun das Aus. Das Stadtfest vom 3. bis 5. Juli soll jedoch den Umsatz noch einmal ankurbeln. „Dieser bereitet uns zur zeit große Sorgen. Vor allem die Geschenk- und Gebrauchsartikel finden nur wenig Abnehmer“, gibt Heidi Vieler Einblick in die gegenwärtige Geschäftssituation und betont, dass allerdings die Lebensmittel regen Absatz finden. „Der Verkauf von fair gehandelten Lebensmitteln läuft zufriedenstellend. Aber davon allein können wir unsere gestiegenen Nebenkosten einfach nicht decken“, so die 74-Jährige.

Hoffnungsfünkchen Stadtfest

Hoffnungsvoll blicken die Motorin des Weltladens nun auf das bevorstehende Stadtfest. „Dann wollen wir auch vor der Tür einige Produkte vorstellen. Vor allem nepalesische Waren sollen den Weg zum Kunden finden“, so Vieler, die betont, dass aktuell Klangschalen und andere typisch nepalesische Produkte zum Verkauf bereitstehen. „Grund dafür ist das zurückliegende Erdbeben in Nepal, das viele Firmen, von denen wir unsere Waren beziehen, zerstört hat. Deshalb ist es wichtig, diese Dinge zu verkaufen, damit die Arbeiter vor Ort von diesem Erlös profitieren können“, betont Vieler, die sich wünscht, dass künftig auch jüngere Ehrenamtliche das Team bereichern, wenn es denn irgendwie weitergehen sollte.

Unklar ist den Betreibern, weshalb der Umsatz aktuell so stark zurückgeht. Am mangelnden Angebot könne es nicht liegen. Denn die Vielfalt in den Regalen lässt keine Wünsche offen. Gewürze, Stoff- und Filzarbeiten sowie viele handgearbeitete Produkte, wie etwa eine aus LKW-Reifen gefertigte Handtasche sind nur einige der zahllosen Produkte. „Vielleicht sind vielen Bürgern die Hintergründe unserer Arbeit nicht ganz klar. Durch den Verkauf der Produkte sichern wir die Existenz zahlloser Arbeiter im Ausland und schützen diese vor Ausbeutung“, so Vieler.

„Ich kaufe hier seit Jahren und engagiere mich für die Aktionsgemeinschaft. Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit“, versichert Irmgard Alfutowski (65).

Wenn die Verkaufszahlen nicht steigen, werden die Ladenbetreiber zum Jahresende sprichwörtlich den Schlüssel umdrehen müssen. „Vielleicht haben wir eine Chance, wenn wir ein etwas kleineres und günstigeres Ladenlokal mieten könnten.“

Oder ob der Hausbesitzer, die reformierte Kirchengemeinde, einlenkt und den Mietpreis reduziert.

Weitere Geschäfte auf der Kippe

Doch es ist nicht das einzige Geschäftslokal das auf der Kippe steht. Nach Informationen dieser Zeitung werden sich noch in diesem Jahr zwei weitere Inhaber verändern. Zusätzlich schließt zum 30. Juni Foto Feldhege. Nach dem Tod von Inhaber Lutz Haubold ist über eine Nachfolge noch keine Entscheidung gefallen.